01:28 15 Dezember 2017
SNA Radio
    US-Zerstörer der Zumwalt-Klasse (Archiv)

    Experten bemängeln Seetüchtigkeit von neuartigem US-Zerstörer der Zumwalt-Klasse

    © AP Photo/ Michael Dwyer
    Technik
    Zum Kurzlink
    0 5218

    Der zweite US-Zerstörer der Zumwalt-Klasse „Michael Monsoor“ (DDG-1001) ist zur Probefahrt auf hoher See ausgelaufen, berichtet Naval Today.

    Ursprünglichen Plänen zufolge wollte die US-Marine 32 solche Schiffe bauen. Da sich das Programm als zu aufwendig erwies, beschränkte sich die Marineführung auf drei Schiffe. Der dritte Zerstörer wurde 2017 auf Kiel gelegt, hieß es in dem Beitrag.

    In der Konstruktion des Schiffes sind alle maritimen Tarnkappen-Technologien gebündelt. Der Zerstörer hat fast keine geraden Ecken, einige Elemente sind aus Holz, das für die Radarstrahlen fast völlig transparent ist.

    Optisch sieht das Schiff eher einem Panzerschiff vom Anfang des 20. Jahrhundert ähnlich aus. Einige Experten bemängeln seine Kippfestigkeit. Bei hohem Wellengang dürfte der Zerstörer Schlagseite bekommen und einfach kentern.

    Die Tarnkappentechnologie hat einen anderen Mangel zur Folge. Radare ziviler Schiffe sehen den Zerstörer als eine kleine Fischereikutte mit einer Länge von höchstens 15 Metern, während die „Michael Monsoor“ 186 Meter lang ist. Nachts oder im Nebel sind Kollisionen nicht auszuschließen. Die Marineführung ließ den Zerstörer derart abschirmen, dass Radare ihn besser sehen könnten. Im Kriegsfall wird die Abschirmung abmontiert.

    Der Zerstörer ist unter anderem mit zwei automatischen 155-Millimeter-Kanonen ausgestattet, die hochpräzise lenkbare Geschosse abfeuern. Nach Angaben der Defense News kostet ein Schuss die US-Steuerzahler rund 800 000 Dollar.

    Zudem hat der Zerstörer zwei Startanlagen für Tomahawk-Marschflugkörper, Fla-Raketen Standard und ESSM sowie bis zu zwei multifunktionalen Hubschraubern MH60R und drei Drohnen an Bord. Der genaue Gesamtwert eines Zerstörers dieser Art wird geheim gehalten. Verschiedene Quellen beziffern ihn auf eineinhalb bis drei Milliarden Dollar.

    Zum Thema:

    Schiffe, Kanonen, Raketen: Russland schickt Japan klares „Kurilen-Signal“
    „Geheime Technologie“: Russisches Schiff soll US-Raketenstarts nachverfolgen
    Russische Su-30 schickt Schiff auf den Meeresgrund – VIDEO
    Tags:
    Technologien, Schiff, Zumwalt (DDG-1000), USA