15:51 16 Oktober 2018
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    Panzer T-72 bei russisch-indischem Manöver Indra-2017

    Dieser technische Trend soll Panzern „einen zweiten Atem“ verleihen

    © Sputnik / Witalij Ankow
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    Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Kampfführung scheinen Panzer an ihre Grenze zu stoßen. Es gibt aber technische Lösungen, um ihnen zu ermöglichen, auch weiterhin in Dienst zu bleiben, schreibt die russische Onlinezeitung vz.ru.

    Dem ersten Anschein nach sind Panzer laut vz.ru bereits am Entwicklungslimit: „Wie viel Panzerung lässt sich noch anbringen? Ein Meter? Zwei? Dann wird sich der Panzer nicht mehr fortbewegen können. Wie viele Systeme zum Schutz vor Panzerabwehrwaffen lassen sich noch installieren? Wie viele Computer braucht ein Panzer, um die überschallschnell anfliegenden Geschosse und Raketen im Auge zu behalten?“

    „Dazu sollte man noch Folgendes berücksichtigen: Die Lage auf dem Schlachtfeld ändert sich so schnell, dass nicht einmal ein gut trainierter Mensch fähig ist, darauf verhältnismäßig zu reagieren. Der Soldat ist zu einem realen Hindernis für seine Waffe geworden“, so der Kommentar.

    Sowjetischen Konstrukteuren sei es jedoch gelungen, einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden. Dabei handle es sich um eine einheitliche Plattform mit auswechselbaren Waffen. Ein sowjetisches Beispiel dafür sei der T-72-Panzer gewesen. Dieser habe auch für die Panzerhaubitze Msta-S, für den Mehrfachraketenwerfer Buratino und für weitere Kampffahrzeuge als Grundlage gedient, hieß es.

    Die Entwicklungsarbeiten an einheitlichen Plattformen laufen, so die Onlinezeitung weiter, in vielen Ländern der Welt auf Hochtouren – auch in Russland wird das entsprechende Projekt Armata umgesetzt: „Auf der Armata-Plattform soll eine ganze Palette verschiedener Fahrzeuge entwickelt werden, darunter ein eigentlicher Panzer, ein Schützenpanzer, ein schwerer Mannschaftstransporter, ein Kampfunterstützungsfahrzeug, ein gepanzertes Reparatur- und Abschleppfahrzeug, ein Fahrwerk für Selbstfahrlafetten.“

    Die russischen Waffenhersteller seien aber noch weiter gegangen. In Syrien seien Kampfroboter aus Russland erstmals zum Einsatz gekommen. Sie hätten nicht bloß geschossen, sondern auch als Artilleriebeobachter in Kombination mit Drohnen Anwendung gefunden, hieß es weiter.

    „Beim Syrien-Einsatz haben sich die Roboter allen Anzeichen nach sehr gut bewährt. Man ist zumindest bereit, den Kampfroboter Nerechta bei der Armee in Dienst zu stellen. Dieses kleinere, wendige Fahrzeug hat modulare Waffen. Sein Turm lässt sich je nach Kampfaufgabe austauschen – man braucht nur vier Schrauben abzudrehen. Die Waffen können überhaupt entfernt werden, um den Kampfroboter in ein Transportfahrzeug zu verwandeln, das entweder Verletzte evakuiert oder bis zu 700 Kilogramm Munition an die vorderste Linie fährt“, schreibt die Onlinezeitung. 

    Wie sie prognostiziert, sollen die Panzertruppen künftig mit einer einheitlichen Plattform, mit Kampfrobotern und mit neuartigen Waffen wie beispielsweise dem Gaußgewehr „einen zweiten Atem bekommen“, um neben Atomwaffen ein strategisches Mittel der Abschreckung zu bleiben.

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    Tags:
    Panzer, Technik, Militär, Msta-S, T-72-Panzer, Russland