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17:26 19 September 2019
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    Militärfahrzeug Listwa

    „Laub“ mit High-Tech: Mikrowellen zum Schutz russischer Langstreckenraketen

    © Sputnik / Alexander Kryazhew
    Technik
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    Mobile Startvorrichtungen für Interkontinental-Raketen, die den russischen Streitkräften zur Verfügung stehen, werden unterwegs mit verschiedenen technischen Anlagen unterstützt. Dazu zählt auch ein High-Tech-Fahrzeug zur Entschärfung von Minen, das seine Funktionen direkt während der Fahrt erfüllt.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, soll das Fahrzeug Listwa (dt. „Laub“) versteckte Sprengsätze entdecken und unschädlich machen, falls sich diese dort befinden, wo mobile Startvorrichtungen des Typs Topol, Topol-M oder Jars unterwegs sind. 

    Details zu diesem Fahrzeug werden zu einem wesentlichen Teil geheim gehalten. Bekannt ist, dass das Fahrwerk vom Hersteller Kamaz stammt, wobei die darauf montierte Anlage fähig ist, versteckte Sprengsätze nicht bloß aufzuspüren, sondern auch deren elektronische Komponenten „buchstäblich zu verbrennen“, wie der Sender formulierte.

    Militärfahrzeug Listwa
    © Sputnik / Alexander Kryazhew
    Militärfahrzeug Listwa

    Sprengsätze lassen sich in einer Entfernung von 100 Metern entdecken. Dann ist es dem Bericht zufolge möglich, sie entweder kontrolliert zu sprengen oder ihre elektronische Füllung zu ruinieren. Auch die Steuerungssignale können blockiert werden. All dies lässt sich während der Weiterfahrt durchführen.

    Wie der TV-Sender erläutert, funktioniert die Antenne auf dem Fahrzeug im Mikrowellen-Bereich. Der zuständige Operator trägt einen Schutzanzug. Vor schädlicher Ausstrahlung schützen auch manche Komponenten des Rumpfes wie beispielsweise Kupfer-Platten. Der Rumpf ist also „mikrowellendicht“. Falls Probleme mit dem Schutz auftreten, kommt ein Alarmsignal.

    Eine weitere Vorrichtung zur Minenentschärfung ist vorne montiert – das ist ein Rahmen auf ausziehbaren Stangen. Ein Generator, so der Bericht weiter, erzeugt bei Bedarf elektromagnetische Impulse, um den aufgespürten Sprengsatz zu zünden.

    Zur Verfügung stehen aber auch herkömmliche tragbare Minensucher. Sie kommen zum Einsatz, wenn eine Mine entdeckt wird, die nicht ferngezündet wird, sondern beim direkten Auffahren explodieren soll.

    Dieses Fahrzeug ist bei weitem nicht das einzige Instrument, um die Raketensysteme unterwegs zu schützen. Jede mobile Raketeneinheit hat beispielsweise Drohnen, die eine effiziente Kontrolle der Gegend in Echtzeit ermöglichen. Falls es einem Gegner doch gelingt, an die Startvorrichtungen zu gelangen, soll eine Spezialeinheit eingreifen, die die Kolonne unterwegs begleitet.

    Dazu gibt es noch eine mobile Anlage, die fähig ist, nicht nur etwa einen Brand zu löschen, sondern auch eine Desinfektion vorzunehmen oder Nebelschwaden zu erzeugen, um die aktuellen Stellungen der Raketen zu tarnen.

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    Tags:
    elektromagnetische Felder, Pioniertruppen, Sprengsatz, Listwa, Jars, Topol-M, Russland