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    Sowjetische Bodeneffektfahrzeuge (Symbolbild)

    „Selbst eine Flugzeugträgergruppe zerschlagen“: Plädoyer für Bodeneffektfahrzeuge

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    Technik
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    Ein Bodeneffektfahrzeug (genannt auch Ekranoplan) mit Hyperschallraketen wäre in der Lage, selbst eine Flugzeugträger-Kampfgruppe außer Gefecht zu setzen, deshalb braucht die russische Kriegsflotte solche Waffensysteme. So ist zumindest die persönliche Meinung des russischen Marineexperten Konstantin Siwkow.

    In einem Kommentar für die Wochenzeitung „WPK“ weist Siwkow, einst Kapitän zur See, darauf hin, dass Bodeneffektfahrzeuge wichtige Vorteile hätten. Ihre Weiterbewegung erfolge tief über der Wasserfläche. Ein Abschuss mit einer Luft-Luft- oder einer Boden-Luft-Rakete werde deswegen zu einer schwierigen Aufgabe. Einen Seezielflugkörper gegen ein solches Fahrzeug abzufeuern, sei ebenfalls wenig effizient, denn dieses bewege sich allzu schnell. Falls es dazu noch mit einer Panzerung aus Verbundwerkstoffen versehen werde, sei das Risiko eines Abschusses noch niedriger.

    „Die Hauptgefahr für ein Bodeneffektfahrzeug machen Jagd- und Erdkampfflugzeuge mit Kanonen und ungelenkten Raketengeschossen aus. Da gibt es aber ein Problem mit Ortung und Zielerfassung“, so Siwkow. Er erläutert, ein Ekranoplan werde vom Radar eines Kampfjets nicht aus jedem Winkel als Ziel identifiziert.

    Der Bodeneffekt wäre laut Siwkow ein effizientes Instrument zur Bekämpfung von Flugzeugträgern:

    „Wegen der hohen Geschwindigkeit von Bodeneffektfahrzeugen wären gegnerische Überwasserschiffe nicht in der Lage, einen Schlag zu vermeiden. Dank ihrer großen Abmessungen könnten vier bis fünf Bodeneffektfahrzeuge genug Waffen an Bord nehmen, um selbst eine Flugzeugträgergruppe zu zerschlagen (oder ihr zumindest eine Niederlage zuzufügen, die diese Gruppe widerstandsunfähig macht).“

    Falls ein Bodeneffektfahrzeug hyperschallschnelle Raketen des Typs Zirkon bekomme, werde es selbst im Alleingang fähig sein, eine Flugzeugträger-Kampfgruppe außer Gefecht zu setzen. Und bei einer Ausstattung mit Flugabwehrsystemen werde ein Ekranoplan schwer zu bekämpfen sein, selbst wenn es sich einem gegnerischen Schiffsverband nähere. Um Ziele besser zu finden, könne ein Ekranoplan auch Drohnen mitführen, so der Experte.

    Er skizziert auch mögliche Parameter eines solchen Bodeneffektfahrzeugs. Die Wasserverdrängung soll 2.500 bis 3.000 Tonnen betragen, die Marschgeschwindigkeit bis zu 350 km/h, der Aktionsradius bis zu 2.800 Meilen. Das Arsenal soll aus 16 bis 24 Seezielflugkörpern des Typs Onyx, Kalibr oder Zirkon bestehen, aber auch aus Flugabwehrraketen und 30-mm-Geschützen.

    „Bodeneffektfahrzeuge haben eine gute Zukunft. Unser Land behält bisher eine Spitzenposition auf diesem Gebiet – und sie muss dringend vergegenständlicht werden, solange jemand anderer die Idee noch nicht abgefangen hat, wie es im postsowjetischen Russland schon mehrmals passierte“, mahnt Siwkow.

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    Tags:
    Bodeneffektfahrzeug, Zirkon-Raketen, Sowjetunion, Russland