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17:06 21 Oktober 2019
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    Russlands Armee in Syrien (Archiv)

    Armee des 21. Jahrhunderts: Russische Neuheiten, die in Syrien für Erstaunen sorgten

    © AP Photo / Vadim Savitsky/Russian Defense Ministry Press Service
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    Im Syrienkonflikt hat die russische Armee mehr als 200 fortschrittliche Waffenmodelle eingesetzt, wie der Vorsitzende des militärwissenschaftlichen Komitees der russischen Streitkräfte, Generalleutnant Igor Makuschew, sagte. Die „Rossijskaja gaseta“ stellt diese Waffen, ohne die eine Armee keine moderne Armee des 21. Jahrhunderts sein kann, vor.

    Funkelektronischer „Zoopark“

    Im März 2016 wurde in Syrien Artillerieaufklärungssystem eingerichtet, mit dem bis zu 70 Feuerstellungen der Granatwerfer und Artillerie pro Minute geortet und gleichzeitig bis zu 12 Zielen begleitet werden können. Es umfasste zwei Radaranlagen „Zoopark-1“, die 2007 von den russischen Truppen in Dienst genommen wurden, und drei Komplexe mit Drohnen.

    Diese Radaranlagen sind dazu bestimmt, Stellungen der gegnerischen Feuerwaffen mittels Berechnung der ballistischen Flugbahnen der vom Radar georteten Granaten und Raketen zu erkunden sowie das Feuer der eigenen Artillerie zu korrigieren. Sie können auch den Luftraum überwachen und Drohnen kontrollieren.

    Funkelektronischer „Zoopark“
    © Foto : Pressedienst des Verteidigungsministeriums Russlands
    Funkelektronischer „Zoopark“

     

    Der neue Komplex ist auf dem Fahrgestell des Artillerieschleppers MTLB installiert. Er wird von drei Personen bedient. „Zoopark" ist vollständig autonom, er kann in nur fünf Minuten in Position gebracht werden. Mit seiner Hilfe können Stellungen von Granatwerfern des Kalibers von 82 bis 120 Millimeter auf einer Distanz von bis zu 17 Kilometern, Kanonen des Kalibers von 105 bis 155 Millimeter auf einer Distanz von bis zu 12 Kilometern, Mehrfachraketensystemen auf einer Distanz von bis zu 22 Kilometern sowie taktische Raketen auf einer Distanz von bis zu 45 Kilometern geortet werden.

    Roboterkomplexe „Skarabej“ und „Sfera“

    Bei den Minenräumarbeiten im historischen Teil von Palmyra setzten die russischen Pioniere erstmals die Roboterkomplexe „Skaraej“ und „Sfera“ ein. Diese Roboter ermöglichen die Aufklärung an Orten, die von anderer Technik nicht erreicht werden können, beispielsweise in Brunnen und unterirdischen Tunneln.

    Zapad-2017
    © Foto : Konstantin Alysh / Russian Defense Ministry
    Der lenkbare Aufklärungs-Roboterkomplex „Skarabej“ stellt eine kleine Plattform auf Rädern dar, auf der hochauflösende Videokameras, ein Mikrofon und ein Wärmebildgerät installiert sind. Der Roboter wird per digitalen Funkkanal mit Hilfe eines Videoüberwachungspults gelenkt.

    Die Entfernung für eine zuverlässige Steuerung des Roboters und das Erhalten von Aufnahmen liegt selbst unter schwierigen Bedingungen für den Funkkanal bei 250 Metern, wobei sich der Roboter über Trümmer bewegen kann. Der Roboter ist lediglich 15 Zentimeter groß, was ihn für fremde Augen fast unbemerkbar macht, während seine Elektromotoren dessen geräuschlose Arbeit gewährleisten.

    Roboterkomplex „Skarabej“
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
    Roboterkomplex „Skarabej“

    Der Roboterkomplex „Sfera“ ist eine schlagfeste Kugel, die mit vier Videokameras mit LED-Beleuchtung sowie einem Mikrofon und Sendegerät ausgestattet ist. „Sfera“ ermöglicht die gleichzeitige Übermittlung von Aufnahmen von allen vier Kameras, wobei eine 360-Grad-Sicht gewährleistet wird.

    Roboterkomplex „Sfera“
    © Sputnik / Verteidigungsministerium Russlands
    Roboterkomplex „Sfera“

    Wegen seiner hohen Stabilität könne das Gerät sogar Stürze aus fünf Meter Höhe unbeschädigt überstehen und dank einem eingebauten Positionierungssystem automatisch wieder eine Senkrechtstellung einnehmen.

    Ortungsgeräte „Korschun“

    Die nichtlinearen Ortungsgeräte „Korschun“ werden bei der Suche nach elektrisch fernzündbaren Minen eingesetzt. Auf einer Entfernung von bis zu 30 Metern orten die „Korschun“ beliebige Halbleitergeräte sowohl im aktiven als auch im ausgeschalteten Zustand. Die Mine kann im Erdboden vergraben oder in Beton und Asphalt eingerollt sein  — das Ortungsgerät wird sie dennoch finden.

    Das Entminungs-Set OWR-2-02 und Dospechi KP haben die Tests in der syrischen Wüste erfolgreich überstanden. Es ist empfehlenswert, das Set zusammen mit Außenskeletten zu tragen, die Soldaten vor Druckwellen schützen. Das Entminungs-Gefechtsset OWR-2-02 („Leicht“) ist mit einer auf einem Helm befestigten Videokamera versehen, mit dem der Kommandeur und andere Spezialisten bei der Entschärfung von Gegenständen mit Explosivstoff Unterstützung leisten können.

    Das Set verfügt zudem über ein Wasserkühlsystem, mit dem unter beliebigen Wetterbedingungen, sogar bei 40 Grad Hitze, bei angenehmer Temperatur gearbeitet werden kann. Beim Entdecken von besonders gefährlichen Sprengminen können per Videoübertragung Konferenzen mit anderen Spezialisten durchgeführt werden.

    Ortungsgeräte „Korschun“
    © Sputnik / Dmitri Winigradow
    Ortungsgeräte „Korschun“

    Der 38 Kilogramm schwere Panzeranzug Dospechi KP besteht aus Panzerpaneelen und schützt Pioniere nicht nur vor Splittern, sondern auch vor dem überschüssigen Druck, der Luftdruckwelle, dem thermischen Einfluss. So schützen die Panzerpaneele beim Einschlagen von Splittern, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2000 Metern pro Sekunde fliegen.

    Mit der Verstärkung entlang der Wirbelsäule wird der Pionier bei einer Explosion nicht zu Boden fallen. Übrigens kann der russische Anzug die Explosion von 2,5 Kilogramm Sprengstoff überstehen, der kanadische widersteht nur 500 Gramm. Dank der zirkulierenden Luft wird die Scheibe des Helmes nicht beschlagen und dem Soldaten nicht die Sicht nehmen. Die dicke mehrschichtige Scheibe des Panzerhelmes kann dem Aufprallen von Scherben, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu 700 Metern pro Sekunde fliegen, standhalten.

    Das Set kann auch mit einem Telekommunikationssystem ausgestattet sein, wenn der Gegner in der Minenräumzone Systeme des funkelektronischen Kampfes oder der Unterdrückung von Funksignalen verwenden sollte. Am Helm kann auch ein Videogerät befestigt sein, dank dem der Stab die Handlungen des Operators beobachten kann.

    Beim Entminen von Palmyra nutzten die russischen Pioniere sogenannte passive Außenskelette, die den Stütz- und Bewegungsapparat eines Menschen „entlasten“. So können die Militärangehörigen bis zu 300 Kilogramm Rüstung tragen, schwere Gegenstände werfen und solche Sprünge machen, die für einen Menschen sonst unmöglich sind. Das System soll auch den schädlichen Einfluss von Druckwellen auf den Organismus des Menschen verringern.

    Panzerweste aus „Stoff der letzten Hoffnung“

    Die neue Panzerung wurde erstmals im März 2017 in Palmyra gesichtet. Der Generaloberst Andrej Kartapolow erschien im russischen Fernsehen live in einem Tarnanzug aus Aramidfasern, der fünfmal fester als Stahl ist. Dabei sind diese Panzerwesten viel leichter als ähnliche mit Stahlplatten. Nicht von ungefähr bezeichnete der Generaldirektor des Unternehmens, das dieses individuelle Schutzmittel auf den Markt bringt, diesen Stoff als „Stoff der letzten Hoffnung“.

    So hat die Panzerweste 6B43, die zum „Ratnik“-Set gehört, noch einen zusätzlichen Schutz — Bildschirme, die aus einem ballistischen Stoff — Rusar — hergestellt sind. Der Aramidenstoff besteht aus 24 Schichten. Das Gewebepaket hält kleinen Splittern stand, selbst wenn das Panzerpaneel durchbrochen wurde.

    Soldat der russischen Armee trägt die Gefechtsausrüstung Ratnik (Archivbild)
    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Soldat der russischen Armee trägt die Gefechtsausrüstung Ratnik (Archivbild)

    Die Panzerweste wiegt 7,5 Kilogramm, in der Sturmversion — bis zu 15 Kilogramm. In ihrer maximalen Komplettierung schützt sie vor Kugeln die Brust, den Rücken und die Seitenprojektion, vor Splittern — die Leistenregion und die Schultern. Einer Kugel, die aus einem Dragunow-Scharfschützengewehr abgefeuert wurde, kann das keramische Kompositionspaneel aus einer Entfernung von zehn Metern standhalten.

    Außerdem besitzt die Panzerweste eine amortisierende Wetterstütze, die bei einem Treffer die kinetische Energie der Kugel und Splitter mildert und auf den ganzen Körper verteilt. Dadurch sinkt das Risiko für Quetschungen und Verletzungen. Dem Generaldirektor des Zentralen Forschungsinstituts für Präzisionsmaschinenbau, Dmitri Semisorow, zufolge wurden bei den „Ratnik“-Schutzelementen in Syrien kein Durchschlagen von Kugeln und Splittern festgestellt.

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    Krieg, Waffen, Syrien, Russland