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    Stapellauf eines US-Kriegsschiffes (Archivbild)

    „Russische Spur“ bei geplanten US-Fregatten vermutet

    © Foto: U.S. Navy
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    Die US-Navy will neue Fregatten bauen lassen. Dabei wurden womöglich Russlands aktuelle Marine-Projekte berücksichtigt, wie die russische Onlinezeitung vz.ru annimmt.

    Wie vz.ru berichtet, wurden keine neuen Fregatten seit 30 Jahren in den USA auf Kiel gelegt. Doch im scheidenden Jahr skizzierte die Navy einige taktisch-technische Anforderungen an die geplante Fregatte FFG (X). Der Bau soll 2020 oder 2021 beginnen. Das neue Mehrzweck-Schiff soll für die Bekämpfung von Überwasserschiffen und U-Booten ausgerüstet sein, aber auch Aufgaben im Sinne lokaler Flugabwehr und elektronischer Kampfführung erfüllen.

    Laut vz.ru geht diese Entscheidung insbesondere darauf zurück, dass die US-Marineführung die Nachteile ihrer sogenannten Littoral Combat Ships eingesehen hat, die für küstennahe Gefechtsführung geeignet sind. Diese Schiffe sind dem Kommentar zufolge zu schwach bewaffnet, um mit modernen multifunktionalen Korvetten und Fregatten zu konkurrieren.

    Vz.ru kommentiert, die US-Navy habe sich an manchen allzu innovativen Projekten wie Seawolf, Zumwalt und Littoral Combat Ships die Flügel verbrannt. Beim neuen Fregatten-Projekt setze sie nun auf bewährte Technologien, um die Risiken zu minimieren.

    Es komme unwillkürlich die Frage auf, ob die Entscheidung über den Start des neuen US-Programms mit Hinblick auf die russische Marine-Modernisierung gefallen sei. Es sehe danach aus, dass ein solcher Zusammenhang wirklich bestehe – trotz der Überlegenheit der USA auf See, so der Kommentar. Dessen Überschrift lautet: „Bei neuen US-Fregatten lässt sich eine ‚russische Spur‘ sichten.“

    „Um Bedrohungen durch Seeräuber oder inadäquate Regimes schwachentwickelter Küstenstaaten abzuwehren, würden die Littoral Combat Ships ausreichen“, postuliert die russische Onlinezeitung. Auch gegen die nordkoreanische oder die iranische Kriegsflotte seien diese US-Schiffe bei Bedarf effizient genug. Viele Raketenfregatten stünden zwar China zur Verfügung, doch mit diesem Land wolle die US-Regierung vorerst eine offene Konfrontation vermeiden.

    „Übrig bleibt Russland, das in letzter Zeit seine Marine-Aktivitäten dermaßen intensiviert hat, dass seine Überwasserschiffe immer häufiger und beinahe überall ins Visier der US-Navy rücken“, heißt es im Kommentar.

    Vz.ru weist darauf hin, dass russische Korvetten des Projekts 20380 regelmäßig in der Nordsee und im Ärmelkanal zu sehen sind, während Fregatten des Projekts 11356 der russischen Schwarzmeerflotte Missionen im Mittelmeer absolvieren. Auch die neuartige russische Fregatte „Admiral Gorschkow“ (Projekt 22350) erregte Aufsehen mit ihrer Fahrten aus der Ostsee ins Nordpolarmeer und zurück.

    „Da dachten die Amerikaner wahrscheinlich darüber nach, wie blass ihre Littoral Combat Ships vor dem Hintergrund der russischen Projekte 20380/20385 und 22350 aussehen werden, falls es den Russen doch gelingt, deren Schiffsindustrie anzukurbeln und neuartige Schiffe regelmäßig auf Mission zu schicken“, so der Kommentar weiter.

    In diesem Sinne dürfe Russlands Marine als eine Art „Miturheber“ des neuen Projekts der US-Navy betrachtet werden. Wenn Amerika seine Programme im Hinblick auf die russischen Entwicklungen korrigiere, sei dies ein Beleg dafür, dass Russland genau das Richtige baue, hieß es.

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