02:29 26 September 2018
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    SpaceX - Rakete (Symbolbild)

    Neues SpaceX-Projekt – Die superschwere Rakete, die nicht fliegen will

    © East News / AP Photo/Terry Renna
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    Der Gründer und Hauptaktionär des privaten US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX, Elon Musk, hat ein Foto der ersten Raketenstufe seiner neuen superschweren Rakete Falcon Heavy veröffentlicht. Ob und wann sie aber wirklich fliegen wird, ist fraglich, schreibt das russische Nachrichtenjournal „Expert“.

    Wie „Expert“ berichtet, ist die Falcon Heavy aus technologischer Sicht „nicht unbedingt eine Meisterleistung des internationalen Raketenbaus“.

    Im Prinzip sei die neue superschwere Rakete eine Zusammensetzung von mehreren Raketenstufen früherer SpaceX-Projekte – in erster Linie der recht bekannten Falcon 9.

    Der erste Flug ins All sollte ursprünglich bereits im Sommer dieses Jahres stattfinden. Der Starttermin wurde allerdings zunächst auf den Dezember und danach ganz auf den Januar 2018 verschoben.

    ​Musk erklärte diesen Umstand folgendermaßen.

    „Dort kann alles Mögliche schief gehen. Es ist durchaus möglich, dass sie es nicht bis zum Orbit schaffen wird. Aber ich hoffe, dass die Rakete hoch genug von der Startrampe abhebt, um sie nicht zu beschädigen“, schrieb er laut „Expert“ in seinem Twitter.

    Dass der Unternehmer und Investor solche Sorgen hat, ist laut dem Journal durchaus nachvollziehbar.

    Für den erfolgreichen Start der Falcon Heavy bedürfe es nämlich der synchronisierten Leistung von 27 Raketentriebwerken – und genau das sei die größte Herausforderung.

    Das neue Raketenprojekt sei auch deshalb mit Vorsicht zu genießen, weil SpaceX immer wieder mit zahleichen technischen Problemen zu kämpfen habe.

    So explodierte beispielsweise erst vor wenigen Monaten das Triebwerk Merlin Block 5 einer Falcon 9 bei Tests auf einem SpaceX-Übungsgelände.

    Kommerzieller Nutzen fragwürdig

    Doch selbst bei erfolgreichen Starts der Falcon Heavy ist der kommerzielle Erfolg der Rakete laut den Angaben des Blattes keine Selbstverständlichkeit.

    Unter den heutigen Bedingungen koste jeder Start ungefähr 90 Millionen US-Dollar und sei somit mindestens zehn Millionen teurerer als der Start einer russischen Proton-M Rakete.

    Zudem sei der Zweck der superschweren Raketen nicht völlig klar. Um Satelliten in eine nahe Erdumlaufbahn zu bringen, würde auch eine Falcon 9 reichen. Zudem sei der Markt auch durch russische oder europäische Raketenbetreiber gefüllt. Nicht zuletzt werden gerade in den kommenden Jahren neue Raketenvarianten aus Russland, den USA, Japan und der EU für genau dieses Segment der kommerziellen Raumfahrt erwartet.

    Die Falcon Heavy könne also nur genutzt werden, um höhere Erdumlaufbahnen zu erreichen. Der einzige Kunde für diese Art von Raumflügen sei hier ein anderer wichtiger Aktionär von SpaceX – nämlich Google.

    Der Internetgigant will nämlich über 4.000 Sattelten in Erdumlaufbahnen verschiedener Höhen bringen, um ein global zugängliches Internet aufzubauen.

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    Tags:
    Kommerz, Raumfahrt, Falcon Heavy, Falcon 9, SpaceX, Elon Musk, USA