00:24 17 Oktober 2018
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    Stapellauf des chinesischen Flugzeugträgers Liaoning (Archivbild)

    Chinesische Hilfe – warum sollte Russland in Peking Schiffe kaufen?

    © AP Photo / Xinhua/ Li Gang
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    Das Staatsprogramm zur Aufrüstung der russischen Seestreitkräfte wird nicht besonders erfolgreich umgesetzt, was zur Folge haben könnte, dass diese Waffengattung nicht in der Lage wäre, die anstehenden Aufgaben zu erfüllen. Dieses Problem ließe sich mithilfe eines anderen Landes in den Griff bekommen, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Mittwoch.

    Es geht dabei um China. Vor der Wiedervereinigung Russlands mit der Krim hatte Deutschland Dieselmotoren für russische Korvetten und kleine Raketenschiffe geliefert. 2014 wurde diese Kooperation allerdings eingestellt, und diese Schiffe bekommen inzwischen Triebwerke des chinesischen Unternehmens Henan Diesel Engine Industry.

    Aber nur mit Triebwerken lässt sich das Problem nicht lösen. Russland mangelt es aktuell an Schiffen der wichtigsten Klassen. In den 2000er Jahren war die Rede von etwa 30 Korvetten und mehr als 20 Fregatten, die bis Mitte der 2020er Jahre in die Bewaffnung aufgenommen werden sollten. Damals sahen diese Pläne durchaus realistisch aus.

    Inzwischen sind aber Schwierigkeiten zutage getreten. Erstens wurden die Motoren für die Schiffe teilweise in der Ukraine gebaut. Und zweitens weisen die für die Kriegsschiffe bestimmten Waffensysteme wesentliche Mängel auf, die noch beseitigt werden müssen. Auch die Preise für die Schiffe sind am Ende höher als ursprünglich geplant: Eine Fregatte des Projekts 11356 kostet beispielsweise nahezu 20 Milliarden Rubel (umgerechnet etwa 285 Millionen Euro nach dem aktuellen Wechselkurs) statt der ursprünglich erwarteten 13 Milliarden Rubel.

    An der Lösung beider Probleme wird gearbeitet, aber vorerst verfügt die russische Marine über nur drei neue Fregatten, obwohl diese Zahl planmäßig bei neun oder zehn hätte liegen sollen. Sie wird voraussichtlich erst Mitte der 2020er Jahre erreicht werden.

    Auch mit dem Bau von Korvetten hat Russland Schwierigkeiten: Seine Seestreitkräfte verfügen aktuell über nur fünf Schiffe dieser Klasse. Die Gründe dafür sind nicht nur die allgemeinen Entwicklungsprobleme der Schiffbaubranche, sondern auch die enorm hohen Preise (ab 17 Milliarden Rubel für eine Korvette).

    In China wurden allein im vorigen Jahr acht Korvetten und zwei Fregatten in die Bewaffnung aufgenommen. Eine chinesische Fregatte, die etwas kleiner als das russische Schiff des Projekts 20380 ist und etwas geringere Möglichkeiten hat, kostet aber umgerechnet „nur“ zwölf Milliarden Rubel.

    Es ist zwar nicht ganz korrekt, die Möglichkeiten der russischen und chinesischen Schiffe sowie die Preise dafür zu vergleichen, doch es ist offensichtlich, dass die Kooperation mit Peking auf diesem Gebiet Moskaus Probleme teilweise lösen würde: Es könnte nämlich Schiffsrümpfe in der Volksrepublik kaufen und darauf russische Waffen installieren, zumal die russische Seite bereits über solche Erfahrungen verfügt.

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    Tags:
    Schiffbau, Mangel, Einstellung, Korvetten, Kriegsflotte, Triebwerk, Lieferungen, Raketenschiff, Kriegsschiffe, Deutschland, Russland, Ukraine, China