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13:07 17 Oktober 2019
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    Wegen Betrugs am Kunden: Klagewelle gegen Apple rollt – nun auch in Russland

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    Das US-Unternehmen Apple sieht sich zunehmend mit einer Welle von Klagen von iPhone-Nutzern konfrontiert. Nun haben auch die ersten russischen Kunden ihre Beschwerden über die teilweise immens teuren Apple-Geräte eingereicht. Der Auslöser könnte eine vorsätzliche Verlangsamung der Smartphones sein.

    Wie die russische Zeitung „Wedomosti“ berichtet, gehen bei russischen Gerichten zunehmend mehr Klagen gegen den Konzern Apple ein.

    Die Beschwerden der Nutzer an das US-Unternehmen hätten dabei meistens die gleichen Gründe. Zunehmend auffallend sei, dass, sobald eine neue iPhone-Version auf den Markt komme, die älteren Modelle ein Update für das Betriebssystem iOS bekommen würden.

    Die Installation des Updates führe zu einer Verlangsamung des gesamten iPhones sowie zu einer schlechteren Arbeit des Akkus. Ende Dezember 2017 bestätigte etwa das Technik-Portal TechCrunch, dass Apple absichtlich Updates herausbringe, die die Prozessorarbeit der älteren Modelle verlangsamen würden.

    Dies geschehe just in dem Moment, wenn ein neueres Modell auf den Markt käme. 

    Laut „Wedomosti“ ist die Logik von Apple dabei klar – die Nutzer sollen dadurch dazu animiert werden, sich statt des nun langsamen älteren Smartphones möglichst schnell das neue Modell zu holen.

    Apple habe die bewusste Verlangsamung auch gar nicht abgestritten, so die Zeitung weiter. Der Pressedienst von Apple habe dem Blatt mitgeteilt, dass es die Funktion der Prozessorverlangsamung schon für die iPhone 6, 6s und iPhone SE im Jahr 2016 gegeben habe sowie dass auch alle weiteren Modelle mit dieser Funktion ausgestattet sein würden.

    Man wolle so die Lebensdauer der älteren iPhones und ihrer Akkus verlängern, so die offizielle Begründung des US-Konzerns.

    Verletzung der Verbraucherrechte?

    Das Portal ren.tv nennt unterdessen auch ein konkretes Beispiel. Der Student Valentin Sokolov einer Moskauer Universität habe sich vor kurzem ein iPhone7 gekauft. Doch genau zu der Zeit, wo das neuere Modell auf den Markt gekommen sei, habe sich die Arbeit seines Smartphones signifikant verlangsamt.

    Der Student entschied sich, eine Klage gegen Apple einzureichen.

    "Wir werden fordern, dass alle Defekte beseitigt und die Preise reduziert werden sowie auch eine Entschädigung für moralischen Schaden gezahlt wird. Es gibt Gesetze über die Verletzung der Verbraucherrechte, das sind ziemlich harte Gesetze. Wir denken, dass sie hier anwendbar sind“, erklärte in diesem Zusammenhang der Anwalt Dmitry Ponomarev.

    Klagewelle rollt weltweit

    Die Russen sind allerdings längst nicht die ersten, die den US-Konzern verklagen wollen. Den Anfang machten die Amerikaner selbst.

    Wie ren.tv berichtet, hat beispielsweise eine Kalifornierin im vergangenen November fast eine Billion Dollar moralischen Schadensersatz von Apple dafür gefordert, dass dieses Unternehmen die teuren Geräte nach einer Weile absichtlich verlangsame und so seine Kunden im Prinzip betrüge.

    Ähnliche Klagen seien außerdem aus Kanada, Israel und Frankreich eingegangen.

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    Tags:
    Verbraucherrechte, Betrug, Prozessor, Verlangsamumg, Smartphones, iOS, iPhone, iPhone X, iPhone 8, iPhone 7, iPhone 6S Plus, Apple, USA, Russland