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    Stapellauf eines russischen dieselelektrischen U-Bootes (Archivbild)

    „Super-Piranhas“ mit schweren „Kalibern“: Russlands Mini-U-Boote ergreifen den Markt

    © Sputnik / Igor Russak
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    Sie sind klein, leise und wendig, doch wenn sie „zubeißen“, hat der Gegner kaum eine Chance: Die russischen U-Boote der Piranha-Klasse – mit modernsten Präzisionswaffen bestückt – haben das Zeug dazu, das Marktsegment der kleinen U-Boote weltweit kräftig aufzumischen.

    Kleine U-Boote agieren vor allem in küstennahen Gewässern. Ihr Auftrag ist sehr speziell: aufspüren, aufklären oder auch Spezialeinheiten unentdeckt im gegnerischen Gebiet absetzen.

    Die russischen U-Boote dieser Klasse, auch bekannt als Super-Piranhas, können noch mehr: mit den Marschflugkörpern „Onyx“ und „Kaliber“ bewaffnet, bekämpfen sie See- und Landziele höchst präzise aus einer Distanz von bis zu 2000 Kilometern. Und mit den Hyperschall-Raketen „Zirkon“ überwinden sie mühelos jede Art von Flugabwehr.

    Die für die Entwicklung und den Bau kleiner U-Boote erforderliche Expertise haben sich die russischen Schiffsbauer noch zu Sowjetzeiten angeeignet: „Es sei an die Boote der 865er Klasse erinnert – die Piranhas mit einer Besatzung von einigen wenigen Mann, die Ende der 80er Jahre gebaut wurden“, sagte Maxim Schepowalenko, Marinekapitän a.D., dem Portal rueconomics.ru.

    Das Interesse an U-Booten dieser Größenordnung und mit derartigem Einsatzspektrum nimmt heute wieder zu, so der Experte. Die „Piranhas“ aus der Sowjetzeit seien zu „Super-Piranhas“ weiterentwickelt worden: Ein Ingenieursbüro aus Sankt-Petersburg habe die U-Boote der P650- und P750-Klasse entworfen und konstruiert – „auch bekannt als ‚Super-Piranha‘ und ‚Super-Piranha-2‘.“

    Beide Projekte seien Teil des staatlichen Rüstungsprogramms für 2018-2025.

    „Bestimmt sind die U-Boote für den Einsatz im Schwarzen Meer und vor der Pazifikküste, nahe den Kurilen. Dort können diese Boote sehr wirkungsvoll eingesetzt werden, weil die russische Pazifikflotte derzeit nur eine bequeme Durchfahrt für schwere Atom-U-Boote hat.“

    Die kleinen U-Boote könnten eben auch in seichteren Gewässern eingesetzt werden, was den Schutz des Ochotskischen Meeres deutlich verbessere.

    Während des Kalten Krieges war übrigens Jugoslawien beim Bau kleiner U-Boote führend, sagt der Experte. Nach dessen Zerfall ging das Fachwissen an die Chinesen und die Iraner.

    Die Aussichten der russischen „Super-Piranhas“ auf dem hartumkämpften Rüstungsmarkt werten Experten durchweg als positiv. Sie vergleichen ihre Einsatzmöglichkeiten sogar mit der von Atom-U-Booten, schreibt das Portal.

    Laut dem russischen Waffenexporteur „Rosoboronexport“ nimmt das Interesse an kleinen U-Booten aus Russland spürbar zu – vor allem in Südostasien, Afrika, Lateinamerika und im Nahen Osten: „Dieser Markt wird in den nächsten fünf Jahren vier Milliarden Dollar groß sein“, sagt der Rosoboron-Chef Igor Sewastjanow laut dem Portal. „Dabei kann Russland heute schon bis zu zehn U-Boot-Typen dieser Klasse anbieten – mit einer Wasserverdrängung von 130 bis 1000 Tonnen.“

    Doch wie bei allen Rüstungsgeschäften spielen politische Motive eine maßgebliche Rolle, sagt der ehemalige Marinekapitän Schepowalenko. „Wenn ein Land seine U-Boote bei den US-Amerikanern kauft, wird das Nachbarland den Auftrag lieber an einen geopolitischen Gegner der Vereinigten Staaten vergeben – also China oder Russland, je nach Kompetenz.“ Es sei daher schwer, exakt zu sagen, wie groß Russlands Anteil an diesem Marktsegment sein werde.

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    Tags:
    Spezialeinheiten, Aufklärungseinheit, Kleinst-U-Boot "Piranha", Kalibr-Rakete, Onyx-Raketen, Sowjetunion, Russland
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