05:47 20 August 2018
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    Su-57 (Archiv)

    Generationswechsel bei russischen Kampfjets: Merkmale und Vorgeschichte

    CC BY-SA 2.0 / Dmitry Terekhov / T-50 (Su-57)
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    Der Erstflug des neuartigen russischen Kampfjets T-50 (derzeit bekannt als Su-57) jährt sich Ende Januar zum achten Mal. Die Maschine wird zur 5. Generation gerechnet. Wie erfolgt eigentlich ein Generationswechsel und welche Merkmale sind dabei charakteristisch?

    Wie der TV-Sender Swesda erläutert, hatten die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten sowjetischen Jagdflugzeuge wie Jak-23, MiG-9 oder MiG-15 bereits Strahltriebwerke und waren in der Lage, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen – vorerst allerdings unter der Schallmauer.

    Sowjetisches Jagdflugzeug MiG-15 bei der Eröffnungszeremonie der „Internationalen Armeespiele 2016“
    © Sputnik / Ewgeni Biyatow
    Sowjetisches Jagdflugzeug MiG-15 bei der Eröffnungszeremonie der „Internationalen Armeespiele 2016“

    Die zweite Generation war schon zu Überschallflügen fähig. Ein spektakulärer Vertreter dieser Generation war die MiG-21. Zu deren Trümpfen zählten auch eine fortgeschrittene Radaranlage des Typs Sapfir-21 sowie R-3-Lenkraketen mit Infrarot-Suchköpfen.

    MiG-21
    © Sputnik / Alexandr Mokletsow
    MiG-21

    Zur dritten Generation gehörte beispielsweise die MiG-23. Deren Radaranlage Sapfir-23D war fähig, Ziele nicht nur im freien Luftraum aufzuspüren, sondern auch vor dem Hintergrund der Erdoberfläche. Der Radarstahl ermöglichte bei Bedarf eine Zielansteuerung von Lenkraketen für mittlere Kampfentfernungen. Die MiG-23 bekam außerdem Schwenkflügel, um ihre aerodynamischen Parameter je nach dem Flug-Modus zu ändern, doch auf diese konstruktive Besonderheit wurde bei den späteren Jäger-Modellen verzichtet.

    MiG-23-Jet in Hama
    © Sputnik / Dmitry Vinogradov
    MiG-23-Jet in Hama

     

    Die vierte Generation ist vertreten durch solche Maschinen wie MiG-29 und Su-27. Sie haben ein günstigeres Schub-Gewichts-Verhältnis. Dies ermöglicht vertikale Manöver mit Beschleunigung. Mit ihren großen Erweiterungen an den Vorderkanten der Tragflächen sind diese Kampfjets deutlich viel wendiger als die der früheren Generationen.

    Bau vom russischen Kampfjet MiG-29
    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Bau vom russischen Kampfjet MiG-29

    Die fünfte Generation beinhaltet insbesondere einen überschallschnellen Dauerflug ohne Nachbrenner. Außerdem soll die Auffälligkeit der Maschine für gegnerische Radare deutlich zurückgehen. Dies wird durch die Form des Rumpfes ermöglicht, aber auch dadurch, dass die Munition nicht an Außenlaststationen getragen wird, sondern innerhalb des Rumpfes.

    Seit dem Erstflug vor acht Jahren bestanden die Bordsysteme der Su-57 alle Prüfungen und stellten ihre Fähigkeit unter Beweis, entsprechend den Anforderungen zu funktionieren. Ein weiterer Meilenstein war ein Testflug im Dezember 2017 – der Kampfjet erhielt ein neuartiges Triebwerk, das eine größere Schubleistung aufweist, elektronische Steuerungssysteme hat und weniger Treibstoff verbraucht. Damit soll die Maschine nun eben eine Überschall-Marschgeschwindigkeit erreichen.

    Im laufenden Jahr sollen die ersten serienmäßig gebauten Su-57-Maschinen an die Streitkräfte geliefert werden. Der Kampfjet wird mittlerweile bei internationalen Ausstellungen demonstriert. Künftig wären also auch Lieferungen ins Ausland in einer Exportversion möglich.

    Der Unterschied zwischen den Kampfjet-Generationen beschränkt sich nicht auf die hier skizzierten Merkmale. Wie der TV-Sender weiter erläutert, wäre es richtiger, von einer Kombination vieler verbesserter Parameter bei einem Generationswechsel zu sprechen.

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    Tags:
    Kampfjet, Modernisierung, Geschichte, Su-57, MiG-29, Su-27, Russland
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