06:39 06 Dezember 2019
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    Raketenstart auf dem Kosmodrom Wostotschny (Archivbild)

    Bei russischen Raketen-Missionen mit dabei: Drohnen, Wölfe und Kater

    © Sputnik / Sergej Mamontow
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    Nach dem erfolgreichen Start einer Sojus-2.1a-Trägerrakete am Donnerstag werden auf dem Boden Fragmente der abgetrennten Raketenstufen gesucht. Raketenstarts vom neuen russischen Kosmodrom Wostotschny aus können allerdings nicht nur von Menschen beobachtet werden.

    Ein erstes Fragment der abgetrennten Startstufe der Trägerrakete Sojus-2.1a wurde am Donnerstag im russischen Gebiet Amur entdeckt, teilten die lokalen Behörden mit. In der Region Jakutien wurden unterdessen gleich sieben Stellen gemeldet, wo Raketen-Fragmente gelandet sind. Der Sucheinsatz findet routinemäßig statt. Noch vor dem Start der Rakete hatten die Behörden in Jakutien angekündigt, dass die Suche mit Hilfe von Drohnen organisiert werden soll. 

    Der Raketenstart am Donnerstagmorgen war der dritte in der Geschichte des neuen russischen Kosmodroms Wostotschny. Die Trägerrakete brachte elf Satelliten erfolgreich in die geplanten Umlaufbahnen, bestätigte die russische Raumfahrt-Holding Roskosmos. Damit konnte sich Russland gewissermaßen für die peinliche Panne vom 28. November rehabilitieren, als die Nutzlast den Orbit nach dem Start nicht erreicht hatte.

    Der neue Weltraumbahnhof, dessen Name auf Deutsch „Der Östliche“ bedeutet, entsteht seit 2012 im russischen Gebiet Amur. Er ist für zivile Raumfahrtprojekte geeignet. Russland verfügt auch über den Weltraumbahnhof Plessezk im Gebiet Archangelsk, doch er übernimmt vor allem militärische Starts. Darüber hinaus pachtet Russland das in Kasachstan gelegene Kosmodrom Baikonur.

    Unter denjenigen, die in der Lage sind, Raketenstarts von Wostotschny unmittelbar zu beobachten, gibt es auch viele Tiere. Maxim Bormotow, Fachmann der regionalen Behörde für Tierweltschutz, sagte gegenüber Sputnik, nahe dem Kosmodrom gebe es Wolfspfade.

    „Das Kosmodrom ist eigentlich ein riesiges Territorium. An manchen Anlagen dort gibt es Menschen, an den anderen keine. Für die Wölfe ist dies nach wie vor die Taiga. Solange das Raubtier seine Futterbasis (Wildschwein, Reh, Isubrahirsch, Hase) dort hat, wird es nicht weggehen“, so Bormotow.

    Was Haustiere betrifft, hatte beispielsweise ein schwarzer Kater vor dem ersten Raketenstart im Frühjahr 2016 direkt auf dem Gelände gelebt – rund 100 Meter von der Startrampe entfernt. Während der Vorbereitungen auf den Start wurde er allerdings evakuiert.

    Ein Mitarbeiter der Kosmodroms sagte, der Kater sei in die benachbarte Stadt gebracht worden: „Wo er jetzt lebt, ist unbekannt. Damals arbeiteten Hunderte Menschen an der Startrampe. Es ist schwer zu sagen, ob der Kater selbst dorthin gekommen oder von jemandem mitgebracht worden war.“

    Wie ein weiterer Mitarbeiter erzählte, gibt es im Städtchen für das Schichtpersonal auf dem Gelände auch weitere Tiere: „Etwa am Kontrollpunkt gibt es viele Welpen, wir kaufen Milch für sie.“

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    Tags:
    Suchaktionen, Tiere, Drohnen, Weltraumbahnhof, Kosmodrom, Raketenstart, Trägerrakete, Sojus – 2.1a, Wostotschny, Ferner Osten, Russland