13:39 23 Februar 2018
SNA Radio
    Radaranlage (Symbol)

    Von Robotern gejagt und unterstützt: U-Boote im Visier

    © AFP 2018/ MARCEL MOCHET
    Technik
    Zum Kurzlink
    25312

    Ein US-Robotersystem, das soeben in Dienst gestellt wurde, soll gegnerische U-Boote automatisch aufspüren. Die USA streben einen technologischen Vorsprung im Militärbereich an, wie ein russischer Experte betont. Aber auch Russland bastelt an seegestützten Robotern.

    Die US-Navy hat das unbemannte Schiff „Sea Hunter“ in Dienst gestellt. Es soll insbesondere gegnerische dieselelektrische U-Boote suchen, die wegen ihres geringen Betriebslärms schwer zu orten sind. Das Schiff wurde im Rahmen des Projekts ACTUV gebaut, kann eine Geschwindigkeit von 27 Knoten erreichen und hat vorerst nach Angaben der russischen Onlinezeitung vz.ru keine Waffen an Bord.

    das unbemannte Schiff „Sea Hunter“ (Archiv)
    © AP Photo/ Julie Watson
    das unbemannte Schiff „Sea Hunter“ (Archiv)

    Damit erwies sich eine Prognose des russischen Militärexperten Konstantin Siwkow als zutreffend. Zum Auftakt des „Sea Hunter“-Testprogramms vor zwei Jahren hatte Siwkow gegenüber Sputnik gesagt, der Roboter würde offenbar nicht für unmittelbaren Kampfeinsätze geeignet sein: „Das ist ein reines Suchinstrument, um U-Boote in jenen Gebieten zu suchen, wo stationäre Beobachtungssysteme nicht funktionieren oder ineffizient sind. Ein Kriterium für die Entwicklung solcher Instrumente sind minimale Kosten in Kombination mit der Möglichkeit, dauerhafte Sucheinsätze zu absolvieren.“

    Amerika strebe einen militärtechnischen Vorsprung gegenüber anderen Ländern an. Russland sei aber in der Lage, mit eigenen Entwicklungen zu kontern. In Russland entstünden ebenfalls seegestützte Robotersysteme für verschiedene Aufgaben, so Siwkow.

    Tatsächlich legte beispielsweise der russische Konzern Kalaschnikow Ende 2016 den Entwurf für einen unbemannten Katamaran vor. Dieser soll, wie die Zeitung „Iswestija“ berichtete, in der Lage sein, mehrere flugzeugartige Drohnen oder Quadrocopter mitzuführen, um Aufklärungseinsätze zu absolvieren. Der Projektname ist Triton. Der Katamaran, falls er zustande kommt, soll allerdings eher nahe der eigenen Küste patrouillieren, wie Kalaschnikow-Geschäftsführer Alexej Kriworutschko damals mitteilte.

    Untersee-Roboter „Surrogat“ (Grafik)
    © Foto: Rubin-Werft St. Petersburg
    Im Herbst 2016 testete ein zuständiges Forschungszentrum des russischen Verteidigungsministeriums ein autonomes Robotersystem des Typs Fugu, das von Atom-U-Booten mitgeführt werden soll, um die Lage unter Wasser zu beobachten. Eine weitere Funktion des Roboters soll nach Angaben des Herstellers Mako darin bestehen, Befehle von Kommandozentralen an russische U-Boote weiterzuleiten.

    Ende Sommer 2017 erschienen dann Medienberichte, wonach im Rahmen des Projekts Ten (dt. „Schatten“) ein seegestützter Tarnkappen-Roboter entwickelt wird. Dieser soll in abgelegenen Meeresgebieten autonom agieren – sowohl über als auch bei Bedarf unter Wasser. Seine Wasserverdrängung könnte 140 Tonnen erreichen – ungefähr so viel wie beim jetzt in Dienst gestellten unbemannten US-Schiff.

    Zum Thema:

    Schiff mit Railgun für China: Hightech mit Ideologie-Trumpf
    „Tödlich für jedes Schiff“: NI entdeckt bei Russlands Marine eine „Monster-Waffe“
    Alle Mann von Bord: Dieses US-Schiff jagt ohne Besatzung U-Boote - VIDEO
    Tags:
    Entwicklung, System, Schiff, Roboter, Konzern "Kalaschnikow", US-Navy, Russland, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren