14:51 20 April 2018
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    Internationale Raumstation ISS

    Trump will ISS kommerzialisieren – US-Medien

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    Die Internationale Raumstation ISS ist der Vorposten der Menschheit im All und ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Staaten. Nun will US-Präsident Donald Trump anscheinend dem Projekt die staatliche US-Finanzierung entziehen und stattdessen auf kommerzielle Geldgeber setzen.

    Laut der US-Zeitung „The Washington Post“, die in den Besitz der entsprechenden Projektdokumentation gelangt sein soll, will Washington die staatliche Finanzierung der ISS über die Nasa nach dem Jahr 2024 einstellen.

    Das Blatt betont, es bedeute nicht automatisch, dass Trump generell auf die Raumstation verzichten wolle. Vielmehr wolle die US-Administration die ISS aus dem staatlichen in den privaten Finanzierungssektor überleiten.

    „Die Entscheidung, die föderale direkte Unterstützung der ISS im Jahr 2025 zu beenden, bedeutet nicht, dass die Raumstation in dieser Zeit von der Erdumlaufbahn geholt werden wird – es ist möglich, dass die Industrie einige Elemente oder Fähigkeiten der ISS als Teil einer zukünftigen kommerziellen Plattform weiterbetreiben wird“, zitiert das Blatt aus den Dokumenten.

    Hierzu werde die Nasa in den nächsten sieben Jahren internationale und kommerzielle Partnerschaften ausbauen, um den fortwährenden Zugang und die Präsenz des Menschen in der Erdumlaufbahn zu gewährleisten, so die Dokumentation weiter.

    Zudem plant das Weiße Haus laut „Washington Post“, rund 150 Millionen Dollar Finanzierung für das Jahr 2019 zu beantragen, um die Entwicklung und den Aufbau von „kommerziellen Strukturen und Möglichkeiten“ für die weitere Privatisierung der ISS zu ermöglichen.

    Heftige Kritik – auch aus den USA

    Der Plan dürfte auf heftige Kritik stoßen. Die ISS wird von mehreren Staaten betrieben und finanziert – die Entscheidung, die ISS zu „privatisieren“ oder zu „kommerzialisieren“, kann Washington daher nicht alleine fällen. Unklar bleibt daher, wie die anderen Staaten im Gemeinschaftsprojekt auf die Trump-Initiative reagieren werden und ob sich die staatliche Finanzierung aus diesen Staaten mit der potentiellen kommerziellen Finanzierung aus den USA kombinieren ließe.

    Zum anderen wird es wohl auch direkte Kritik in den Vereinigten Staaten selbst geben.

    Wie „Washington Post“ anmerkt, würden diese Pläne in den USA „gegen eine Mauer aus Widerstand laufen“ – alleine aus dem Grund, dass Washington im Laufe der Zeit rund 100 Milliarden Dollar für die Beteiligung am Bau und an der Betreibung der ISS ausgegeben habe.

    Verschiedene US-Politiker hätten sich bereits von den ISS-Plänen der aktuellen US-Administration irritiert gezeigt.

    So erklärte der US-Senator Ted Cruz, er hoffe, dass die jüngsten Berichte über das bevorstehen Ende der Finanzierung der ISS „sich als so unbegründet herausstellen, wie der Bigfoot“.

    „Als (…) Konservativer weißt du, es ist eines der dümmsten Dinge, die du machen kannst, ein Programm nach Milliarden an Investments abzubrechen, obwohl es immer noch eine ordentliche Lebensdauer vor sich hat“, erklärte der Abgeordnete.

    /NG/GS

     

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    Tags:
    Investitionen, Kommerzialisierung, Kritik, Widerstand, Privatisierung, Finanzierung, die Internationale Raumstation ISS, US-Administration, NASA, Washington Post, Ted Cruz, Donald Trump, Washington, Russland, USA
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