16:24 22 April 2018
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    Ka-52

    Wie Russland „Dornhaie“ fliegen ließ

    © Sputnik / Vitali Ankov
    Technik
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    Der Ka-52K ist ein neuer Höhepunkt in der jahrzehntelangen Geschichte von Marine-Hubschraubern des Herstellers Kamow. Der russische TV-Sender Swesda bietet einen Überblick.

    Ka-10

    Die Geschichte sowjetischer schiffsgestützter Hubschrauber hatte mit der Ka-10-Maschine begonnen. Diese sah wie ein Baukasten-Erzeugnis aus: Der Rumpf stellte einen Rohrrahmen dar – mit einem Koaxialrotor oben und zwei Gummi-Schwimmern unten. Das Kolbentriebwerk erzeugte nur wenig Leistung – und trotzdem konnte die Maschine am 7. Dezember 1950 auf dem Deck des Kreuzers „Maxim Gorki“ landen. Auf die Indienststellung wurde allerdings verzichtet – nicht zuletzt wegen der vorerst geringen Nutzlastkapazität.

    Ka-15

    Der Ka-15 ähnelte äußerlich schon mehr oder weniger den Kamow-Hubschraubern, wie wir sie jetzt kennen. Die kleine Maschine mit zwei Menschen an Bord konnte dazu noch 210 Kilogramm Nutzlast tragen. Sie hatte aber weder akzeptable Ausrüstungen für die Suche nach U-Booten noch normale Waffen. Es fehlte auch die erforderliche Infrastruktur auf Schiffen. Der Platz für Starts und Landungen war einfach mit Seilen abgesperrt, Treibstoff wurde mit einem Eimer durch einen Trichter in den Tankbehälter eingegossen. Die Rotorblätter wurden separat gelagert und vor dem Start immer neu montiert.

    Ka-25

    Ka-25
    © Sputnik / Paporov
    Ka-25

    Der Ka-25 stieg 1961 in den Himmel und war schon ein deutlicher Schritt voran. Er hatte zwei leistungsstarke Gasturbinentriebwerke – und eine klare Bestimmung, bei der es sich um die Bekämpfung von Atom-U-Booten des angenommenen Gegners handelte. Zur Verfügung stand ein Rundumsicht-Radar, es gab auch einen Autopiloten. Der Hubschrauber war in der Lage, sowohl zielsuchende Torpedos als auch Wasserbomben einzusetzen. Außerdem wurden Sonarbojen mitgeführt. Parallel entstand die Infrastruktur auf Schiffen – mit Landeplätzen, Hangars und Tanksystemen.

    Ka-27

    Such- und Rettungshubschrauber Ka-27 bei einem Manöver der Baltischen Flotte im Gebiet Kaliningrad
    © Sputnik / Igor Zarembo
    Such- und Rettungshubschrauber Ka-27 bei einem Manöver der Baltischen Flotte im Gebiet Kaliningrad

    Der schiffsgestützte Mehrzweck-Hubschrauber Ka-27 absolvierte im Jahr 1973 seinen Erstflug. Im Vergleich zu seinem Vorläufer war er deutlich leistungsstärker und schneller, hatte eine größere Reichweite und modernere Ortungsgeräte. Die für die U-Boot-Jagd geeignete Modifikation Ka-27PL konnte sowohl allein als auch in Gruppen zum Einsatz kommen – ein integriertes Datenübertragungssystem ermöglichte einen taktischen Datenaustausch mit dem Schiff, das die Maschinen mitführte.

    Zur Munition zählten Torpedos, Raketen und Bomben. Der Hubschrauber konnte sogar Kernwaffen tragen. Abgesehen von der U-Boot-Jagd entstanden auch modifizierte Maschinen eigens für Such- und Rettungsmissionen, für Landungseinsätze und Feuerunterstützung, für Aufklärung mit Radaren. Rund 80 Ka-27PL-Maschinen stehen den russischen Marinefliegern nach wie vor zur Verfügung. Im Zuge einer Modernisierung, die derzeit läuft, bekommen sie neue Triebwerke und digitale Ortungssysteme.

    Ka-52K

    Hubschrauber Ka-52 bei Manöver der russischen Flotte
    © Sputnik / Witaly Ankow
    Hubschrauber Ka-52 bei Manöver der russischen Flotte

    Auf Basis des landgestützten Kampfhubschraubers Ka-52 Alligator entstand die Marineversion Ka-52K Katran (dt. „Dornhai“) mit beiklappbaren Rotorblättern und spezialisierten Ortungssystemen. Gelenkte und ungelenkte Raketen, Bomben, eine 30-mm-Maschinenkanone – all dies ist sowohl bei der Heeres- als auch bei der Marineversion vorhanden. Dazu trägt der „Dornhai“ noch zwei Seezielflugkörper mit einer Reichweite von bis zu 260 Kilometern.

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    Tags:
    Rüstung, Hubschrauber, Geschichte, Ka-52, Ka-27, Kamow, Russland
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