14:21 14 August 2020
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    Ein kleiner Weltraumapparat mit Sonnensegel steht im Mittelpunkt einer Entwicklungsarbeit im Projektierungszentrum der Fernöstlichen Föderalen Universität in Wladiwostok (Russland). Der Apparat soll der Entsorgung von Weltraumschrott und der Verringerung des Treibstoffverbrauchs beim Lenken eines Satelliten in eine andere Bahn dienen.

    Laut Prognosen werden bis zum Jahr 2025 im Weltraum Tausende neue Satelliten auftauchen, die fünf bis sieben Jahre nach dem Start außer Betrieb gehen und für arbeitende Weltraumgeräte gefährlich werden.

    „Studenten an der Fernöstlichen Föderalen Universität schlagen vor, jeden Satelliten mit einem vereinheitlichten Container zu versehen, der nach Ablauf der Betriebsdauer des Satelliten automatisch ein Sonnensegel öffnet und damit eine Bremsung auslöst. Mit der allmählichen Verringerung der Höhe des Orbits tritt der besagte Satellit in die Atmosphäre ein und verglüht“, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

    Das Sonnensegel könne aber auch den Flug eines Weltraumapparats beschleunigen. Ähnlich wie ein Windsegel könne es den Druck von Sonnenstrahlen auffangen, die Höhe der Erdumlaufbahn anheben und sogar das Gravitationsfeld der Erde überwinden, heißt es.

    Die Projektteilnehmer haben unter Einsatz eines 3D-Druckers ein  lademaßgerechtes Modell aus Aluminium gebaut. Der Weltraumapparat ist als ein im 3U-CubeSat-Format gefertigtes Modul gedacht, das an verschiedenen Weltraumgräten installiert werden kann.

    Das Projekt soll beim internationalen Wettbewerb „NTI Sputnik challenge“ präsentiert werden. Das Ingenieurteam, das als Sieger hervorgehen wird, soll das Recht auf den Start seiner Neuentwicklung ins All erlangen.

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    Tags:
    Weltraumschrott, Entsorgung, Satelliten, Wettbewerb, Russland