11:30 22 Juni 2018
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    Sowjets Konstruktionsbüro (Archiv)

    „Exotisch und völlig verrückt“: ein Super-Flugzeug aus sowjetischer Planung

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    Dieses sowjetische Konzept aus den 1950er Jahren beinhaltete ein ganz ungewöhnliches Flugzeug – sowohl von seinem äußeren Erscheinungsbild her als auch in Bezug auf die geplanten technischen Lösungen. Obwohl Testflüge stattfanden, wurde das Projekt eingestellt.

    Der russische TV-Sender Swesda betont in seinem Bericht: „Die Entwicklung von Mehrzweck-Flugzeugen mit hoher Geschwindigkeit (woran auch in den USA aktiv gearbeitet wurde) war für die sowjetischen Militärs eine strategische Aufgabe.“

    Eine der spektakulärsten und ungewöhnlichsten Lösungen wurde dem Bericht zufolge von Flugzeugkonstrukteur Pawel Zybin formuliert, der damals das sowjetische Konstruktionsbüro OKB-256 leitete.

    Im Jahr 1954 schlug er vor, ein superschnelles Flugzeug zu bauen, das in der Lage wäre, in einer Höhe von bis zu 30 Kilometern zu fliegen und eine Geschwindigkeit von knapp 3.000 km/h zu erreichen. Dank dieser Eigenschaften hätte die Maschine von keinem der damals existierenden Flugabwehrsysteme abgeschossen werden können.

    Die zunächst als Bomber gedachte Maschine wurde von Grund auf neu konzipiert. Dass es keine fertigen Lösungen in Sachen Triebwerk und Werkstoffe gab, schreckte die Konstrukteure nicht zurück.

    Der Rumpf ähnelte äußerlich einer Rakete, die nach dem Vorbild einer Ahle entworfen wurde. Eine ganz besondere Pointe des Projekts war ein abtrennbares Heck, das einen Sprengsatz enthielt.

    Wie es in dem Bericht heißt, entschied sich Zybin für „ein exotisches und für jeden Flugzeugbauer völlig verrücktes Muster“ eines Luftangriffs: „Das Heckteil des Rumpfes sollte sich auf Knopfdruck loslösen, um das Ziel dann selbständig anzusteuern.“

    Nach einiger Zeit wurde jedoch klar, dass dieses Konzept für Luftangriffe allzu viele revolutionäre Lösungen erforderte. Auf ein selbständig fliegendes Heck wurde deshalb verzichtet. Ansonsten wurden die Arbeiten fortgesetzt – nun wollte man auf dieser Grundlage ein extrem schnelles Aufklärungsflugzeug bauen.

    So kam der Flugzeug-Demonstrator NM-1 zustande, der bereits Ende der 1950er Jahre in den Himmel stieg. Das Konzept einer „nadelförmigen“ Maschine stellte seine Lebensfähigkeit unter Beweis. Mehr als 30 Testflüge wurden insgesamt absolviert.

    Trotzdem ging das Flugzeug nicht in Serie. Den Zulieferbetrieben mangelte es damals, erläutert der Sender, an den erforderlichen hochtechnologischen Produktionskapazitäten und es war nicht möglich, die Lieferungen schnell genug in die Wege zu leiten.

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    Tags:
    Jets, Aufklärung, Konstruktion, Projekt, Testflug, Technologien, Flugzeug, UdSSR
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