01:25 20 April 2018
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    Das Andocken des chinesischen Raumschiffes Shenzhou-9 an die Tiangong-1

    Experten warnen: Chinas „Himmelspalast“ stürzt im April auf die Erde ab

    © AP Photo / Beijing Aerospace Control Center
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    Die erste chinesische Weltraumstation Tiangong-1 wird schon in den nächsten Monaten auf die Erde stürzen. Amerikanische Portale zur Überwachung von Weltraummüll halten den April für den wahrscheinlichsten Zeitpunkt des unkontrollierten Eintrittes in die Erdatmosphäre.

    Laut verschiedenen amerikanischen Portalen, die sich auf die Überwachung von Weltraummüll spezialisieren, liegt die Wahrscheinlichkeit für den Absturz der chinesischen Raumstation Tiangong-1 („Himmelspalast“) im April 2018 bei 60 Prozent.

    Absolut sicher kann man den Zeitpunkt allerdings immer noch nicht vorhersagen. Mit 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit könnte dies nämlich auch im März und ebenfalls mit 20-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch im Mai passieren.

    Die Prognose soll daher je nach Flugbahn der ausgedienten Raumstation stetig aktualisiert werden.

    Es wird erwartet, dass ein Großteil des „Himmelspalastes“ in der Erdatmosphäre verglühen wird. Einige hitzeresistenten Elemente könnten aber auch auf dem Boden einschlagen.

    Das Gebiet, in dem dieser Einschlag passieren könnte, kann noch nicht sicher festgestellt werden.

    Die Tiangong-1 hat im März 2016 ihren Betrieb eingestellt und kreist seitdem unkontrolliert um die Erde.

    Zuvor wurde erwartet, dass sie bis Ende 2017 abstürzen wird. Später wurde der „Termin“ jedoch auf den Frühling 2018 verschoben.

    Dritte Weltraummacht

    Die Tiangong-1 wurde im September 2011 von China mit einer eigenen Trägerrakete in die Umlaufbahn gebracht. Damit wurde China nach Russland und den USA zur dritten Weltraumnation, die eine eigene Raumstation gebaut hat.

    Der Start des „Himmelspalast-1“ demonstriert die Fähigkeit Pekings, ein eigenständiges Raumprogramm auszuführen und verschärft zugleich die Konkurrenz um die technologische Dominanz im All.

    Ohne eigene Raumstation wird China allerdings auch nach dem Niedergang der Tiangong-1 nicht bleiben. Im September 2016 wurde nämlich bereits Tiangong-2 in die Erdumlaufbahn gebracht.

    Sie soll für zahlreiche wissenschaftliche Experimente sowie zur Einübung von Weltraummanövern genutzt werden.

    Sie ist 10,4 Meter lang, 3,35 Meter breit und wiegt insgesamt 8,6 Tonnen.

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    Tags:
    Raumprogramm, Konkurrenz, Einschlag, Erdatmosphäre, Flugbahn, Raumstation, Shenzhou, Raumschiff Shenzhou 11, Tiangong-2, Tiangong-1, Himmelspalast, USA, Russland, China