19:30 16 Dezember 2018
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    Die neue russische U-Wasser-Drohne (Screenshot aus dem Video)

    Inferno aus der Tiefe: Was Russlands neue Nuke-Drohne draufhat

    © YouTube/ Verteidigungsministerium Russlands
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    Russlands neue U-Wasser-Drohne taucht so tief, dass kein Schiffssonar sie je entdecken kann. Und dann ist sie wegen ihres Kernreaktors auch noch so schnell wie ein Mittelklassewagen auf der Autobahn. Die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ berichtet.

    Kein einziger U-Boot-Jäger, der sich heute oder künftig im Einsatz befindet, könnte die neue Tiefseedrohne der russischen Marine orten und abfangen. Sie kann also unbemerkt einem Flugzeugträgerverband entgegen rasen, um diesen auf einen Schlag zu vernichten. Oder sie verwandelt eine küstennahe Stadt in eine radioaktive Wüste, schreibt die Zeitung.

    „Unsere Simulationsmodelle haben gezeigt, dass es äußerst schwierig, praktisch unmöglich ist, dieses Gerät abzufangen. Die Indienstnahme dieser Tiefseedrohne wird es uns ermöglichen, ein weites Auftragsspektrum weitab unserer Küste abzudecken“, sagte der Oberbefehlshaber der russischen Marine, Admiral Wladimir Korolew, dem Blatt.

    Dass diese Drohne vom potentiellen Gegner nicht abgefangen werden kann, liegt einerseits an deren Tauchtiefe von über 1.000 Metern. Entscheidend sind jedoch auch deren Tempo und Agilität: Ein Kernreaktor und vier Schiffsschrauben beschleunigen die „Unterwasserrakete“ auf bis zu 100 Knoten, also 185 Stundenkilometer. Ein speziell dafür entwickeltes Zielführungs- und Kontrollsystem stellt die autonome, höchst präzise Navigation sicher.

    Worin der Kernauftrag der Tiefseedrohne besteht, wird aus deren Ausstattung ersichtlich: Die russische Marine plant, ihr neues Gerät mit einem nuklearen Sprengkopf von 100 Megatonnen Sprengkraft zu bewaffnen. Das reicht, um einen Flugzeugträgerverband zu vernichten – und zwar aus einer Distanz von mehreren Meilen, sodass die Drohne sich dem Verband nicht unmittelbar nähern muss.

    Verheerender wäre der Einsatz der Tiefseedrohne gegen küstennahe Städte. Ein russisches Fachblatt hat errechnet, dass die Detonation einer 100-Megatonnen-Bombe in der Bucht von San Franzisco die Metropole auslöschen würde, der radioaktive Niederschlag würde das Gebiet mehrerer Bundesstaaten unbewohnbar machen.

    Einen möglichen Einsatz der Nuke-Drohne demonstrierte Russlands Präsident Wladimir Putin in einer Video-Simulation bei seiner Ansprache vor der Föderalen Versammlung. Die technischen Merkmale des neuen Geräts entsprechen jenen einer geheimen Neuentwicklung namens „Status-6“. Informationen darüber sickerten 2015 an die Öffentlichkeit durch. Eine der Aufgaben von „Status-6“ ist demnach, dem potentiellen Gegner durch die nukleare Verseuchung seiner Küsten einen irreparablen Schaden zuzufügen.

    Bislang war in der Öffentlichkeit nur eine Waffe bekannt, die einem solchen Auftrag gerecht werden konnte: Die vom US-Kernphysiker Leo Szilard beschriebene „Salted bomb“ – eine Kernwaffe, deren äußerer Mantel nicht aus Uran-238, sondern aus Cobalt-59 besteht.

    Bei einer atomaren Explosion wird dieser Cobalt-Mantel mit Neutronen beschossen und verwandelt sich in das Isotop Cobalt-60, ein stark radioaktives Material mit einer Halbwertszeit von fünf Jahren. Durch die Zerstreuung dieses Stoffs und die radioaktive Verseuchung weiter Landstriche wird alles Leben ausgelöscht.

    Die „Salted bomb“ ist nie getestet worden – eben aus der Furcht heraus, der Einsatz dieser Waffe könnte die Biosphäre unseres Planeten vernichten, wofür lediglich 510 Tonnen Cobalt benötigt würden.

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