22:04 17 Oktober 2018
SNA Radio
    Objekt 279

    Ungewöhnlich und spektakulär: Sowjet-Panzer, die nur als Versuchsmuster bestanden

    CC BY-SA 2.0 / Aleksander Markin / The skilled heavy tank
    Technik
    Zum Kurzlink
    11095

    Sowjetische Konstrukteure haben mitunter zu unkonventionellen Lösungen gegriffen, um Panzern besondere Eigenschaften zu verleihen. Konzipiert wurden etwa Kampffahrzeuge mit zusätzlichen Kettensträngen oder mit einem Luftkissen. Es entstanden auch entsprechende Versuchsmuster, deren Serienproduktion jedoch ausblieb.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, bastelten sowjetische Konstrukteure bei ihren Experimenten insbesondere an Panzern, die in der Lage sein sollten, auch schwer passierbares Gelände zu überwinden.

    ​Im Jahr 1959 wurde das sogenannte Objekt 279 gebaut. Dieser schwere Panzer hatte ein besonderes Fahrwerk mit vier Kettensträngen, um seine Geländefähigkeit zu erhöhen. Man ging dem Bericht zufolge davon aus, dass der Panzer unter anderem fähig wäre, versumpfte oder mit tiefem, lockerem Schnee bedeckte Abschnitte der Gegend zu überwinden, um dann an die Stellungen des angenommenen Gegners schneller zu gelangen. 

    „Bumerang“-Radschützenpanzer
    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy

    Die Konstruktion, die äußerlich einem Mond-Fahrzeug etwas ähnelte, hatte aber auch ihre Nachteile. Reparaturen und Wartungsarbeiten waren kompliziert und nahmen viel Zeit in Anspruch. Das war einer der Gründe, die zur Einstellung des Projekts beitrugen.

    An Kampffahrzeugen mit einer erhöhten Geländefähigkeit wurde aber weiter getüftelt. Im Jahr 1961 kam ein Versuchsmuster eines grundsätzlich neuen Panzers zustande. Das als Objekt 760 bezeichnete Kettenfahrzeug bekam ein Luftkissen. Damit konnte der sechs Tonnen schwere Panzer nicht nur Sümpfe, sondern auch kleine Gewässer passieren.

    ​Der geringe Bodendruck trug, so der Bericht, auch dazu bei, ein weiteres Problem zu lösen. Der Panzer erwies sich als fähig, Minenfelder quasi zu „überfliegen“. Dies bedeutete beispielsweise die Möglichkeit von Einsätzen im Rücken des Gegners.

    Wie der russische Historiker Andrej Borissow dem Sender sagte, war es damals gelungen, den Panzer leicht und beweglich zu machen. Dies hatte aber eine Kehrseite: Die Panzerung war mittelmäßig, die Feuerkraft gering. Diese Nachteile hinderten den Panzer an einer Indienststellung.

    „Trotzdem konnte die eigentliche Idee, Luftkissen-Fahrzeuge bei Aufklärungs- und Sabotage-Missionen einzusetzen, ihre Lebensfähigkeit unter Beweis stellen und wurde später umgesetzt – allerdings im Interesse der Kriegsmarine, und zwar bei Luftkissen-Landungsbooten“, erläuterte Borissow.

    ​Das Versuchsmuster eines weiteren Luftkissen-Panzers entstand aber auch. Es hatte den Codenamen 8M-906 und wurde auf Basis des Schwimmpanzers PT-76 entwickelt. Auf eine Serienproduktion wurde jedoch ebenfalls verzichtet.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    USA kaufen ukrainische Modifikation von Sowjet-Panzer – Das kann der Grund sein
    Militärtechnisches Paradox: Sowjet-Panzer in Nato-Ländern
    Wie russische Panzerbüchsenschützen nun Panzer-Schutz täuschen können
    Tags:
    Geheimnisse, Versuche, Kampfpanzer, Panzer, Militärtechnik, Sowjetunion, UdSSR, Großbritannien