07:44 17 August 2018
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    Su-33 auf dem Flugzeguträger „Admiral Kusnezow“ (Archivbild)

    „Ruhig und präzise“: Russlands Flugzeugträger wartet auf ein wichtiges Novum

    © Sputnik / Andrey Lusik
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    Der russische Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ soll einem Zeitungsbericht zufolge eine digitale Anlage erhalten, um eine vollautomatische Landung der mitgeführten Maschinen zu ermöglichen. Dies soll den Piloten wesentlich helfen und die Effizienz des Schiffs erhöhen.

    Wie die Zeitung „Iswestija“ unter Berufung auf das russische Marinekommando berichtet, soll die „Kusnezow“ mit einer neuen funktechnischen Anlage ausgerüstet werden, deren Hauptaufgabe darin besteht, die Landung von Kampfjets zu automatisieren.

    Wie es hieß, haben Russlands schiffsgestützte Jagdflugzeuge des Typs MiG-29K/KUB bereits alle erforderlichen Ausrüstungen, um automatisch zu landen. Doch dieser Modus findet vorerst keine Anwendung.

    Das Flugzeug braucht ja entsprechende Steuerungssignale vom Schiff aus. Auf der „Kusnezow“ wurde bisher nur ein analoges Datenübertragungssystem für diese Zwecke getestet. Seine Rechenleistung ist begrenzt, seine Präzision unzureichend – ebenso wie seine Resistenz gegen Störungen.

    Deswegen funktionierte der russische Flugzeugträger von Anfang an „nicht auf vollen Touren“, erläutert die Zeitung. Die Landungen wurden manuell gesteuert und es war deswegen nicht möglich, die mitgeführten Kampfjets nachts oder bei schlechtem Wetter intensiv einzusetzen. Denn eine nächtliche Landung auf einem Schiff ist ein sehr komplizierter und gefährlicher Vorgang, sagte Testpilot Oleg Mutowin, Held Russlands, dem Blatt.

    Übrigens: In den 2000er Jahren hatte Russland einen anderen Flugzeugträger aus der Sowjetzeit – die „Admiral Gorschkow“ – grundlegend modernisiert, um ihn an die indischen Streitkräfte zu verkaufen. Die Inder stellten damals die Bedingung, dass Einsätze rund um die Uhr und bei jedem Wetter möglich sein sollen. Für diese Zwecke wurde in Russland die funktechnische Anlage Resistor entwickelt, um Landungen zu steuern. Das nach Indien verkaufte und in „Vikramaditya“ umbenannte Schiff ist bis heute damit ausgerüstet.

    Mutowin sagte weiter, jene Anlage habe sich in Indien gut bewährt:

    „Wenn man die ‚Kusnezow‘ nun im Zuge der Modernisierung mit einem ähnlichen System ausrüstet, wird das ein großer Durchbruch sein. Dies soll ermöglichen, nachts und bei komplizierten Wetterbedingungen ruhig und präzise zur Landung anzusetzen. Die Kampfmöglichkeiten des Schiffs werden deutlich zunehmen.“

    Die neue Anlage für den russischen Flugzeugträger soll nach Angaben des Blattes sogar besser sein als die für Indien, denn sie ermöglicht voraussichtlich einen vollautomatischen Modus. Im Unterschied dazu verläuft die Landung bei den Indern nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt automatisch – in der Endphase muss der Pilot doch eingreifen und die Steuerung übernehmen.

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    Modernisierung, Flugzeugträger Admiral Kusnezow, MiG-29KUB, MiG-29K, Russische Marine, Russland
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