22:35 18 August 2018
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    US-Atom-Tornister (MADM-Medium Atomic Demolition Munitions) (Symbolbild)

    Atom-Tornister – Waffe aus dem Kalten Krieg

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    Während des Kalten Kriegs haben sowohl die Sowjetunion als auch die USA an kleinen Atombomben gebastelt, die sich auf dem Rücken tragen ließen, um sie bei Bedarf im gegnerischen Hinterland einzusetzen. Hunderte davon wurden einem Zeitungsbericht zufolge gebaut, letztendlich aber entsorgt.

    Die russische Wochenzeitung „WPK“ erläutert: „Der ‚Atom-Tornister‘ ist eine gängige Bezeichnung für einen kleinen Sabotage-Sprengsatz, der in seiner leichten bzw. schweren Version von jeweils einem oder von zwei Soldaten einer Spezialeinheit getragen werden konnte.“

    Wie das Blatt schreibt, enthielt der Container dabei eine nukleare Sprengladung, eine automatische Baueinheit, eine Stromquelle, eine Funkempfangseinrichtung, ein Uhrwerk und weitere Ausrüstungen.

    Laut inoffiziellen Quellen stellte die Sowjetunion solche Sprengladungen im Zeitraum von 1967 bis 1993 serienmäßig her. Rund 250 davon seien insgesamt gebaut worden, heißt es im Bericht.

    Sowjetische Spezialkräfte (darunter auch Kampfschwimmer) seien mit entsprechenden Attrappen ausgebildet worden. Die eigentlichen Sprengladungen mit den Codenamen RA41, RA47, RA97 und RA115 habe man in einem besonderen Arsenal der 12. Hauptverwaltung des sowjetischen Verteidigungsministeriums aufbewahrt, berichtet die Zeitung weiter. 

    Die „Atom-Tornister“ seien dafür geeignet gewesen, besonders wichtige Militär- oder Infrastruktur-Anlagen des Gegners bei Bedarf zu zerstören: „Möglich war die Beförderung der Soldaten auf dem Luftweg (mit einer anschließenden Fallschirmlandung, darunter mit leichten Taucherausrüstungen) oder beispielsweise mit U-Booten bzw. mit Aufklärungsschiffen, die als harmlose Hilfsschiffe getarnt waren.“

    „Laut veröffentlichten Angaben verfügten die russischen Streitkräfte zu Beginn des Jahres 1994 über 150 nukleare Sprengsätze der RA115-Serie. Alle Vorläufer waren zu jenem Zeitpunkt bereits entsorgt worden. Vier Jahre später entsorgte Russland entsprechend seinen übernommenen Verpflichtungen auch RA115“, so das Blatt. 

    Aber auch in den USA habe man an ähnlichen Waffensystemen gebastelt. Im Zeitraum von 1964 bis 1983 seien mehr als 600 Sabotage-Atomsprengsätze des Typs M129 (Masse: 27 Kilogramm) und M159 (Masse: 70 Kilogramm) für Green die Berets, Rangers und Kampfschwimmer gebaut und als SADM (Special Atomic Demolition Munitions) eingestuft worden. Ihre Sprengkraft habe 0,1 bis eine Kilotonne betragen, hieß es.

    Wie die Zeitung feststellt, entsorgten die Vereinigten Staaten ebenfalls ihre Bestände. Die beiden einstigen Hauptgegner im Kalten Krieg haben also auf solche Waffensysteme verzichtet.

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    Tags:
    Arsenal, Entwicklung, Atomwaffen, UdSSR, USA, Russland
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