14:26 16 Juli 2018
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    Schiffe in der Arktis (Archivbild)

    Russland baut unbemannte Frachter für Arktis

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    Das Forschungsinstitut für experimentelle Physik der russischen Atomenergiebehörde Rosatom entwickelt nach Angaben seines Sprechers das digitale Modell eines unbemannten Frachtschiffes für die Arktis. Die unbemannte Flotte soll das Potenzial der Nordostpassage steigern.

    Die unbemannte Schifffahrt sei die wohl perspektivreichste Richtung in der Anwendung der Informationstechnologien im Bereich der See- und Flussschifffahrt, zitiert die russische Agentur RIA Novosti den Sprecher des Forschungsinstituts.

    „Die Entwicklung des Digital-Modells eines unbemannten Schiffes verspricht eine wesentliche Verbesserung in der Konstruktion des Schiffskörpers, einen Verzicht auf die Aufbauten, eine Optimierung der Schiffsabmessungen, ohne den ungünstigen Einfluss des Wellenganges auf die Besatzung berücksichtigen zu müssen, und macht Systeme zur Gewährleistung der Lebenstätigkeit an Bord überflüssig. Zudem kann der Stauplatz für Frachten vergrößert und die Einsatzdauer eines Schiffes verlängert werden“, konkretisierte er.

    Ihm zufolge bleibe der menschliche Faktor in der Schiffsführung sehr wichtig, denn mehr als die Hälfte der Vorfälle auf hoher See würden auf Verschulden der Crew erfolgen. Die Einbußen durch Fehler bei der Schiffsführung würden in der Welt etwa 1,5 Millionen Dollar pro Tag erreichen.

    Die Ingenieure sind deshalb dabei, im Rahmen des Projekts das Digital-Modell eines unbemannten Schiffes zu entwickeln. Dabei würden der Einfluss der hydrometeorologischen Bedingungen und auch die geografischen Besonderheiten auf die Objekte und Prozesse berücksichtigt.

    Weltweit offenbare sich gegenwärtig eine Zunahme des Güterverkehrs in der See- und Flussschifffahrt, zugleich aber auch ein Mangel an qualifizierten Fachkräften für diese Sphären. Die Entwicklung unbemannter Schiffe sei deshalb eine innovative Richtung für Schiffbau-Ingenieure in vielen Ländern geworden.

    So will Großbritannien ein solches Projekt zum Jahr 2019 in die Tat umsetzen. Norwegen will einen elektrisch angetriebenen unbemannten Frachter für die Binnenschifffahrt über nicht große Entfernungen zum Ende dieses Jahres einsetzen. Aber auch die Niederlande, Frankreich und China sowie eine Unternehmensgruppe in der EU befassen sich mit dieser Problematik.

    Der Nördliche Seeweg entlang der russischen Küste des Nordpolarmeeres ist der kürzeste maritime Handelsweg zwischen Europa und Asien. Russland ist deshalb stark um den Ausbau von dessen Potential bemüht, wovon das hier erwähnte Projekt von Rosatom nur bestätigt.

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    Tags:
    Seehandel, unbemannt, Schiffbau, Eisbrecher, Frachter, Bau, Schiffe, Rosatom, Arktis, Russland
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