01:20 16 Juli 2018
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    Feldhaubitze von US-Fallschirmjägern

    Pentagon will eine Stalinorgel der Mega-Klasse – Fachblatt

    © Foto: U.S. Air Force/ Alejandro Pena
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    Da die Feldartillerie der US-Truppen den russischen Haubitzen in Reichweite nachsteht, meint das Pentagon, neue Raketensysteme beschaffen zu müssen. Dies berichtet das Fachblatt „The National Interest“.

    Die US-Armee sieht offenbar Nachholbedarf bei ihrer Langstrecken-Artillerie: Die US-Truppen benötigten Raketen mit einer Reichweite „von 499 Kilometern und mehr“, sagte der Oberbefehlshaber der United States Army Pacific, Robert Brown, laut dem Fachblatt „The National Interest“.

    „Die Artillerie ist historisch gesehen in der Tat wohl die größte Stärke der russischen Armee (Stalin bezeichnete die Artillerie als 'Gott des Krieges'). Es überrascht insofern nicht, dass die USA eine eigene mächtige Artillerie haben wollen“, so das Blatt.

    Allein das Vorhandensein solcher Waffen würde allerdings gegen den INF-Vertrag verstoßen, den die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten 1987 geschlossen hatten. Das Regelwerk verbietet es, bodengestützte ballistische Raketen und luftgestützte Marschflugkörper mit einem Wirkungsradius von 500 bis 5500 Kilometern im Bestand zu haben.

    Washington ist jedoch der Ansicht, sich nicht an den Vertrag halten zu müssen, weil Russland die Vereinbarung angeblich gebrochen habe. Das Pentagon betreibt unter dem Codenamen „OpFires“ bereits ein Forschungsprogramm zur Entwicklung entsprechender neuer Waffentypen.

    Eine grobe Verletzung des INF-Vertrags ist aus russischer Sicht die Stationierung von Startrampen des Typs Mark 41 in Polen und Rumänien. Diese Vorrichtungen können neben Abfangraketen SM-3 auch Marschflugkörper Tomahawk abschießen. Mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern können diese Lenkraketen im Grunde jedes Ziel im europäischen Teil Russlands erreichen.

    Die USA werfen Russland außerdem vor, die echten Parameter des Marschflugkörpers Iskander-M zu verheimlichen. Diese Rakete ist die bodengestützte Variante der Seezielwaffe Kalibr-NK, mit einer Reichweite von bis zu 1.400 Kilometern. Das Pentagon behauptet, die Iskander-Rakete könne bis zu 5.500 Kilometer weit fliegen – statt der offiziell vom russischen Verteidigungsministerium angegeben 500 Kilometer.  

    Seit 2014 haben sich Russland und die USA mehrmals gegenseitig beschuldigt, geltende Raketenabkommen zu missachten. Die Vorwürfe der Gegenseite werden dabei stets als ungerechtfertigt zurückgewiesen.

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    Tags:
    Raketensystem, Artillerie, Tomahawk-Marschflugkörper, INF-Vertrag, Iskander-M, Pentagon, Josef Stalin, Sowjetunion, UdSSR, Polen, USA, Russland
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