13:54 16 August 2018
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    Su-57-Kampfjet (Archiv)

    „Eichhörnchen“, „Erzeugnis 30“ und mehr: High-Tech für Russlands neuen Kampfjet

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    Moderne Radare, effizientere Triebwerke, neue Schutzanzüge gegen hohe g-Kräfte – in Russland wird intensiv an Ausrüstungen für neuartige Su-57-Kampfjets gearbeitet.

    Juri Bely, Geschäftsführer des russischen Forschungsinstituts für Gerätebau, sagte der Zeitung „Iswestija“, nach der Wirtschaftsmisere der 1990er Jahre sei Russland bei der Entwicklung aktiver Phased-Array-Radare (APAR) den USA gegenüber im Rückstand und befinde sich nun auf Aufholjagd.

    Trotzdem sieht er Gründe für Optimismus: „Wir haben zwar später angefangen, konnten aber die Nachteile früherer Entwicklungen einschätzen und die jüngsten wissenschaftlichen Leistungen nutzen – beispielsweise in Bezug auf die sogenannte smarte Außenhaut, wobei APAR-Ausrüstungen verschiedener Frequenzbereiche über den Rumpf des Kampfjets verteilt sind. Diese Technologie fand beim Su-57-Flugzeug erstmals Anwendung, das zur 5. Generation zählt. Sprecher des Verteidigungsministeriums sagten mehrmals, dass die Tests dieser Maschine mit unserer Radaranlage Belka (dt. „Eichhörnchen“) termingemäß laufen.“

    Die russische Triebwerksbau-Holding UEC teilte in der laufenden Woche unterdessen mit, die staatlichen Prüfstandversuche des Triebwerks AL-41F-1 für die Su-57 seien zu Ende gebracht worden.

    Wie die Onlinezeitung lenta.ru erläutert, ging es bei den entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten um eine grundlegende Modernisierung des sowjetischen Turbinen-Strahltriebwerks AL-31F, mit dem insbesondere Su-27-Maschinen ausgestattet worden waren.

    Das AL-41F-1-Triebwerk sollen allerdings nur die ersten Su-57-Jäger bekommen. Künftig sollen Kampfjets dieses Typs mit einem noch moderneren Triebwerk ausgerüstet werden, und zwar mit dem sogenannten Erzeugnis 30, an dem derzeit gearbeitet wird. Im Dezember 2017 hatte eine Su-57 erstmals einen Testflug mit dieser Neuentwicklung absolviert.

    „Bei der Entwicklung des perspektivischen Triebwerks fanden modernste Technologien und Werkstoffe Anwendung. Dies ermöglichte es, jene technischen Anforderungen zu erfüllen, die an Triebwerke der 5. Generation gestellt werden“, so die Mitteilung der UEC.

    Kürzlich hatten auch Tests neuer Anti-g-Anzüge für Su-57-Piloten begonnen, um diese vor Belastungen besser zu schützen. Wie der Chef des zuständigen Unternehmens NPP Swesda, Sergej Posdnjakow, gegenüber Sputnik sagte, wurden mehrere Anzüge dem Flugzeugbauer Suchoi für Testzwecke zur Verfügung gestellt. Nun sollen alle Lebenserhaltungssysteme für die Piloten umfassend getestet werden.

    Der neue Mehrzweck-Jäger Su-57 (früher bekannt als T-50) war Anfang 2010 erstmals in den Himmel aufgestiegen. Im Jahr 2019 sollen die Streitkräfte die ersten zwölf Serienflugzeuge dieses Typs erhalten.

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    Tags:
    Technologien, Triebwerk, Entwicklung, Bau, Su-57, Su-27, Russland
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