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    Der dieselelektrische Eisbrecher „Ilja Muromez“ (Archivbild)

    Russlands Marine testet ihren arktischen „Alleskönner“

    © Sputnik / Alexander Galperin
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    Der neue dieselelektrische Eisbrecher „Ilja Muromez“, der der russischen Kriegsmarine zur Verfügung steht, absolviert derzeit eine Testfahrt, um dann mit unmittelbaren Missionen anzufangen. Sein erhoffter Trumpf ist seine Vielseitigkeit.

    Wie die russische Wochenzeitung „Swesda“ erläutert, ist der im November 2017 in Dienst gestellte Eisbrecher dank seiner drehbaren Propellergondeln in der Lage, sich in jeder Richtung zu bewegen – nicht nur vor-, sondern auch rück- und seitwärts. Dies soll ihm ermöglichen, seinen Kurs bei Bedarf schnell zu ändern und in Eisfeldern zu manövrieren.

    Derzeit absolviert das Schiff gerade eine Testfahrt in Eisfedern im östlichen Teil der Barentssee. Diese Tests sollen bis Ende April dauern. Bereits im laufenden Jahr beginnt der Eisbrecher dann voraussichtlich mit unmittelbaren Missionen auf dem Nördlichen Seeweg, wie die Transportader entlang der russischen Arktis-Küste bezeichnet wird. Der Einsatz der „Ilja Muromez“ soll laut Marinesprecher Wadim Serga zum Ausbau der Versorgungs-Optionen der russischen Nordflotte beitragen.

    Nutzlast kann dabei sowohl im Laderaum als auch in Containern auf dem Deck transportiert werden. Das Schiff hat einen Kran mit einer Tragfähigkeit von 26 Tonnen, der bei Lade- und Löscharbeiten zum Einsatz kommen soll.

    Wie die Zeitung schreibt, soll der neue Eisbrecher fähig sein, nicht nur Güter zu russischen Arktis-Basen zu transportieren und Fahrrinnen für andere Schiffe frei zu brechen, sondern auch selbständig zu patrouillieren.

    Nach Angaben der Agentur RIA Novosti soll es, soweit erforderlich, möglich sein, Waffensysteme auf dem Schiff anzubringen, darunter Schiffsgeschütze der Typen AK-630, AK-230 oder AK-306. Auch eine schwerere Bewaffnung wäre theoretisch möglich: In einem Seecontainer ließe sich ein Raketensystem des Typs Club-K verstauen – das ist eine Modifikation des Systems Kalibr.

    Auf dem 85 Meter langen Schiff können außerdem Hubschrauber wie Ka-32 oder Ka-27 landen. Die Besatzung des Eisbrechers ist 32-köpfig, dazu noch können bis zu 50 Mann (Soldaten oder Fachleute) mit an Bord sein.

    Zu Katastrophenschutz-Einsätzen soll der Eisbrecher bei Bedarf ebenfalls fähig sein: Er hat Ausrüstungen, um notfalls Brände auf anderen Schiffen bzw. an der Küste zu löschen oder Schwimmsperren gegen eine Ölverseuchung zu setzen. 

    „Gerade die vielseitige Anwendbarkeit verwandelt den gewöhnlich aussehenden Eisbrecher in einen ‚Alleskönner‘, der fähig ist, nicht nur Navigations- und Transportaufgaben zu lösen, sondern auch an Kampfeinsätzen teilzunehmen“, lobt die Wochenzeitung.

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    Tags:
    Flotte, Test, Eisbrecher, Ilja Muromez, Ka-27, Ka-32, Nordflotte, Arktis, Russland
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