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    Crew eines russischen Luftabwehrkomplexes während Übung (Archivbild)

    Russische Flugabwehr mit KI gestärkt

    © Sputnik / Grigorij Syssoew
    Technik
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    Die russische Luftwaffe hat erstmals ein automatisiertes Flugabwehr-Leitungssystem erprobt, das mit Elementen künstlicher Intelligenz versehen ist. Dies berichtet die Zeitung „Iswestija“ unter Verweis auf das Verteidigungsministerium.

    Demnach werden die Einheiten der russischen Flugabwehr  nach der Inbetriebnahme des neuen automatisierten Leitungssystems auf Veränderungen der Gefechtssituation reagieren können. Heutzutage verfüge jedes Flugabwehrraketen- und Radarsystem über ein eigenes Leitungssystem. Die erhaltenen Informationen würden von der Kommandostelle eines Regimentes oder einer Division zusammengefasst und von den Kommando-Offizieren analysiert.

    Nun sollen diese Daten mithilfe von künstlicher Intelligenz im Echtzeitregime bearbeitet werden können.

    Die neuen automatisch geleiteten Flugabwehrraketensysteme würden ein umfassendes Bild der Luftverhältnisse zeigen, die Ziele als Einzel- oder Gruppenziele einstufen und deren Typ, Gefährlichkeitsgrad, Geschwindigkeit sowie Flughöhe und —richtung angeben.

    Der Kommandeur soll eine Empfehlungen erhalten, auf welche Art die gegnerischen Kräfte am besten vernichtet werden könnten. Dies bringe eine Verkürzung der Entscheidungszeit mit sich und ermögliche einen effizienten Einsatz der vorhandenen Kräfte. Ein Regimentskommandeur könne also Kämpfe in einem Umkreis von wenigen Metern bis zu Hunderten Kilometern führen.

    Ein massiver Raketenschlag könne mit Hilfe der neuen automatisierten Leitungssysteme mit mehreren Typen der Flugabwehrraketensysteme automatisch abgewehrt werden. Dabei sollen einige Flugabwehrlinien geschaffen werden, die die Stärke jedes einzelnen Raketen-Typs  berücksichtigen. Dies impliziert, dass beispielsweise Langstrecken-Boden-Luft-Raketen vom Typ S-400 und Kurzstrecken-Flugabwehrraketen des Typs „Panzir-S1“ gleichzeitig zum Einsatz kommen können.

    Damit ist eine effektive Vernichtung von Drohnen sowie eine Abwehr massiver Schläge von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern möglich.

    Laut dem ehemaligen Chef der russischen Fla-Raketentruppen, Generalleutnant Alexander Gorkow, soll das neue automatisierte Leitungssystem die für die Aufgabestellung benötigte Zeit verkürzen und die Zielangabe präzisieren. Die verschiedenartigen Flugabwehrsysteme mit unterschiedlichen Reichweiten sollten zu einer untrennbaren Einheit werden, sagte er gegenüber der Zeitung. Die automatisch gesammelten Daten würden möglichst schnell zusammengefasst und an die Kommandostellen weitergeleitet. „Bei den heutigen Flugzeuggeschwindigkeiten und der hohen Dichte der Luftangriffe ist das besonders wichtig“, erklärte er.

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    Tags:
    Fla-Raketenkomplexe, Luftabwehrsysteme, künstliche Intelligenz, Panzir-S1, Raketenabwehrsystem S-400, Russland