11:30 20 September 2018
SNA Radio
    Trägerraketenstart (Symbolbild)

    „Technologischer Durchbruch“: Russland plant wiederverwendbare Rakete für Raumfahrt

    © Sputnik / Ewgenija Nowoschenina
    Technik
    Zum Kurzlink
    0 712

    Russische Forscher tüfteln an einer leichten und teilweise wiederverwendbaren Trägerrakete für Weltraumstarts und wollen in wenigen Jahren entsprechende Tests starten. Branchenexperten erläutern, warum dieses Projekt so wichtig wäre.

    Russlands erste wiederverwendbare Weltraumrakete soll im Jahr 2022 getestet werden. Das teilte Boris Satowski, zuständiger Fachmann des staatlichen Fonds für zukunftsträchtige Forschungen (FPI), mit. Nach seinen Angaben geht es um ein Raketensystem der „superleichten Klasse“. Das Programm wird gemeinsam mit der Raumfahrt-Holding Roskosmos sowie mit der Flugzeugbau-Holding UAC umgesetzt.

    >>Mehr zum Thema: Wiederverwendbare Rakete aus Russland: Testfrist für Falcon-Konkurrent nun bekannt

    Satowski sagte gegenüber Sputnik: „Das Funktionsschema des Systems sieht eine Abtrennung der ersten Stufe der Trägerrakete in 59 bis 66 Kilometer Höhe vor – mit einer darauffolgenden Rückkehr dieser Stufe zum Startort und mit einer Landung auf einer gewöhnlichen Start- und Landebahn.“ 

    Die wiederverwendbare Raketenstufe soll laut Satowski Flügel mit großer Spannweite sowie ein klassisches Leitwerk erhalten. Beim Rückflug soll ein modifiziertes serienmäßig gebautes Turbo-Strahltriebwerk zum Einsatz kommen.

    Das System ist dafür geeignet, Nutzlast von bis zu 600 Kilogramm ins All zu bringen. Laut vorläufigen Kalkulationen sollen die Kosten dabei, wie es hieß, niedriger sein als bei herkömmlichen Raketen dieser Klasse. Der wiederverwendbare Teil soll 50 Flüge absolvieren können. Zudem ist geplant, dass die Raketen von mobilen Startrampen aus gestartet werden können.

    Wie Satowski unterstrich, haben die vorgenommenen technischen und konstruktiven Kalkulationen eine „ausreichende technologische Bereitschaft“ zum Bau eines Demonstrators belegt.

    >>Mehr zum Thema: Weltraumbahnhof Plessezk: Russische Trägerrakete bringt ESA-Satelliten ins All

    Der russische Branchenexperte Alexander Schilin kommentierte in einem Sputnik-Gespräch, die geplanten Tests der Rückkehrstufe seien „zweifelsohne eine große technische und ingenieurische Leistung“.

    „Es geht darum, viel Geld zu sparen. Vor allem ist das aber ein technologischer Durchbruch, der ermöglichen soll, den Weg der bemannten Raumfahrt weiter zu gehen, darunter in Bezug auf die Erforschung anderer Planeten. Dies ermöglicht die Umsetzung sehr komplizierter Programme“, so Schilin.

    „Wollen wir deshalb hoffen, dass die Tests im Jahr 2022 erfolgreich verlaufen. Die Raumfahrt soll sich intensiv fortentwickeln. Wir dürfen keineswegs unsere Positionen aufgeben, denn in dieser Branche werden Errungenschaften in den Bereichen Wissenschaft, Ingenieurwesen und Technik erzielt“, betonte der Experte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Offizieller WM-Ball 2018 kommt aus dem Weltraum auf die Erde
    Schoigu: Luft- und Weltraumkräfte haben Flügelraketen für Su-57 in Syrien getestet
    Untier aus dem Weltraum? Netz wegen irrem Kadaver von den Socken – VIDEO
    Tags:
    Wiederverwendbare Raketen, Durchbruch, Technologien, Test, Weltraum, Russland