20:38 21 Oktober 2018
SNA Radio
    Landung eines Panzerwagens während Übung der russischen Marineinfanterie (Archivbild)

    Russische Trickkiste: Wie aus Seecontainern tödliche Waffen werden

    © Sputnik / Witalij Ankow
    Technik
    Zum Kurzlink
    82532

    Wie lässt sich ein ganz normales Handelsschiff in einen Raketenkreuzer oder einen U-Boot-Jäger verwandeln? Die russische Marine besitzt modulare Systeme, die genau das können. Für ausländische Geheimdienste muss diese einfache Erfindung die Hölle sein.

    Die amerikanische Fachzeitschrift „The National Interest“ hat russische Waffensysteme vorgestellt, die in Form von ISO-Containern auf ganz normalen Handelsschiffen verladen und eingesetzt werden können. Das Spektakulärste ist sicherlich das Raketensystem „Club-K“.

    Bis 2020 soll zudem eine Sonarstation in Containerbauweise entwickelt werden: „Minotawr“ ist der Codename des Systems für das Aufspüren und Orten von U-Booten. Bestimmt ist diese Station für den Einsatz auf den neuen Korvetten der Wassili-Bykow-Klasse. Diese wendigen Kampfschiffe mit rund 2.000 Tonnen Wasserverdrängung sind vom Reißbrett an in modularer Bauweise konzipiert worden. Dementsprechend universell ist ihr Einsatzprofil: Für Patrouillen in küstennahen Gewässern können sie die Sonar- oder Minenjagdmodule aufnehmen. Bei schwereren Missionen können die Korvetten mit Lenkraketen-Modulen ausgestattet werden.

    Die russische Marine arbeite derzeit aktiv an der Modularisierung ihrer Flotte, sagte der Sicherheitsforscher Wadim Kosjulin vom PIR-Centre der Zeitung „Iswestija“.

    „Solche kompakten Module ermöglichen es, unmittelbar vor dem Ausbruch von Kampfhandlungen die Kapazitäten der Marine nach Bedarf auszubauen, indem die modularen Kampfschiffe oder auch ganz normale Handelsschiffe mit entsprechenden Containern ausgerüstet werden.“

    Und noch einen Vorteil hat das schlaue System: „Man kann damit auf allen Weltmeeren insgeheim Aufklärungsdaten sammeln. So ein Container kann ja unentdeckt auf einem üblichen Containerschiff mitfahren“, sagt der Experte. Die technischen Parameter des „Minotawr“-Containers werden natürlich geheim gehalten. Aber ähnliche Systeme der Vorgängergeneration konnten ein U-Boot im Umkreis von rund 15 Kilometern erkennen.

    Außerdem testet die russische Marine derzeit ein Containermodul, aus dem zwei Helikopter-Drohnen des Typs BPW-500 gestartet werden können.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Nato wird gegen „russische Aggression“ zwei Armeen und eine Flotte losschicken
    „Arktis unter Schutz“: Flottenchef berichtet über Russlands ständige Präsenz
    Auf Gefechtsstation: Warum Russland seinen Flottenverband im Mittelmeer verstärkt
    Tags:
    Entwicklung, Containerschiff, Container, Modernisierung, Waffen, Kriegsflotte, Marine Russlands, The National Interest, USA, Russland