17:30 21 Juli 2018
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    T-14 Armata während der Paradeprobe zum Siegestag in Moskau

    Schock für Armata? Ukraine will geheimen Sowjet-Panzerkoloss reanimieren

    © Sputnik / Maxim Blinow
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    Eine 152-mm-Kanone, Wärmebildkameras und ein mit rechnergestützten Systemen vollgespickter Turm – so stellten sich sowjetische Ingenieure den Kampfpanzer der Zukunft vor. Die Ukraine holt den Entwurf jetzt wieder hervor, um damit den russischen Superpanzer T-14 Armata und auch westliche Konkurrenzen herauszufordern.

    Anfang der Achtzigerjahre hat ein sowjetischer Rüstungsbetrieb im ukrainischen Charkiw mit der Entwicklung von „Objekt 477“ begonnen. Wenige Jahre später rollte schon der erste Prototyp des Zukunftspanzers aus der Werkhalle – Codename „Molot“, der „Schmiedehammer“. Das Ende der Sowjetunion zog einen dicken Strich unter das Rüstungsvorhaben, alle bis dato gebauten Prototypen wurden eingemottet.

    Dieser „Molot“ sei der Urahn des heutigen „Armata“ gewesen, sagt der russische Militärexperte Konstantin Siwko, Mitglied der Russischen Akademie für Raketen- und Artilleriewesen. „Aber das ist nicht mehr als einfach nur eine historische Tatsache.“

    Mitte der Neunzigerjahre hatte das russische Verteidigungsministerium das „Objekt 477“ unter einem anderen Namen kurzzeitig reanimiert, doch wenige Jahre später kam wieder das Aus für den „Molot“: Die Russen entschieden sich dafür, eigenes Gerät zu entwickeln, und stellten die Finanzierung ein. Das Projekt wurde eingefroren.

    Würde man es wiederbeleben, könnte man einen „qualitativen Vorsprung“ gegenüber allen möglichen Konkurrenten „aus West und Ost“ erhalten, schreibt nun der ukrainische Militärexperte Michail Schirochow in seinem Artikel auf „dsnews.ua“. Es müsse ein Panzer „mit einer Multikanal-Zielvorrichtung und einem mächtigen Geschütz“ werden, welches starkgepanzerte Ziele auf durchaus große Distanz bekämpfen könnte – ein Kampfkoloss wie das „Objekt 477“. Allerdings würde die Ukraine beim Hochfahren der Serienfertigung eines solchen Kampfgeräts mit zahlreichen technischen Schwierigkeiten konfrontiert, sagt der ukrainische Experte.

    „Um die Serienproduktion hochzufahren, sind robuste Forschungs- und Produktionsgrundlagen nötig. Über solche Möglichkeiten verfügt die Ukraine nicht“, sagt der russische Experte Siwkow. Angesichts dessen mache es keinen Sinn, über eine Serienproduktion zu reden. Die Ukrainer könnten natürlich ausländische Fachleute ins Projekt holen. „Aber das würde nichts ändern. Was sie brauchen, sind Betriebe, die es in der Ukraine nicht mehr gibt – alles zerschlagen oder verrottet. Die Ukraine war mal ein Land mit einem größeren Wirtschaftspotential als Deutschland… Was haben sie heute?“

    Unlängst bemängelte ein ukrainischer Panzersoldat, der am Panzerbiathlon „Strong Europe Tank Challenge“ in Deutschland teilgenommen hatte, über die technischen Probleme des neuesten ukrainischen Kampfpanzers T-84 „Oplot“. Das ukrainische Team hatte diesen Panzer statt eines alten T-64 erhalten und belegte damit beim Wettbewerb in Deutschland den letzten Platz. Der T-84 sei gleich am ersten Tag des Wettbewerbs defekt gewesen. Später tauchte im Netz ein Video auf, welches zeigt, dass das Geschütz des „Oplot“ beim laufenden Motor vibriert.

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    Tags:
    Geschütz, Entwicklung, Kampfpanzer, Panzer T-14 Armata, Armata, Kampfpanzer T-84 Oplot-M, Sowjetunion, UdSSR, Deutschland, Russland, Ukraine
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