09:52 17 Oktober 2018
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    Der Komplex 9-A-7759 beim russischen Kampfjet Su-34

    „Donner“ vom Himmel: Wozu die neue russische Fliegerbombe fähig ist

    © Foto: Tactical Missiles Corporation JSC
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    Nikolai Protopopow
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    Auf einer Strecke von 120 Kilometern einen Sturzflug ausführen und das Ziel mit einem 300 Kilogramm schweren Geschoss treffen – russische Raketenbauer haben eine lenkbare Fliegerbombe entwickelt, die für die gegnerische Flugabwehr beinahe unanfechtbar ist. Die Bombe soll demnächst den Luft- und Weltraum-Streitkräften übergeben werden.

    Dieses Geschoss für russische Frontbomber und Mehrzweck-Kampfjets heißt offiziell „Lenkbarer Komplex der Raketen- und Bombenbewaffnung“ 9-A-7759 und gehört zu den Projekten der „Grom“-Familie („Donner“). Das Geschoss ist für punktuelle Luftangriffe gegen Industrieobjekte, Flugplätze, silogestützte Raketenanlagen und Militärstützpunkte bestimmt.

    Die Fliegerbombe wird nach der so genannten Katapult-Methode abgefeuert. Bei der Abtrennung vom Flugzeug wird der Start-Anschub eingeschaltet, um das Grom-Geschoss zusätzlich zu beschleunigen.

    Sprengstoff frei Haus

    Während des Fluges wird die Bombe von einem Leitsystem gelenkt, das die Satellitensignale der Navigationssysteme GLONASS und GPS nutzt. Die Fehlerquote bei der Zielausrichtung soll den Entwicklern zufolge bei maximal elf Metern liegen.

    Zu den kennzeichnenden Merkmalen des Geschosses gehört die Möglichkeit, Angriffe gegen Bodenziele zu versetzen, die sich hinter dem Träger befinden. Damit kann das Geschoss sofort auf die angegebene Flugbahn gehen, ohne Zeit für die Stabilisierung nach dem Start zu verschwenden. Darüber hinaus wird der Bombenabwurf dank dieser Methode deutlich präziser.

    Die leichteste Modifikation der Bombe ist 488 kg schwer, die schwerste 598 kg. In der ersten der drei vorhandenen Modifikationen ist der Gefechtskopf 315 kg schwer, in der zweiten und dritten – 480 bzw. 370 kg. Die abgeworfene Grom-Bombe fliegt je nach Modifikation 65 bis 120 km weit. Dabei helfen Teleskop-Flügel. Darüber hinaus wurde eine Bomben-Modifikation mit einem Marschtriebwerk ausgestattet, um die Reichweite zu erhöhen.

    Waffen für alle

    Laut dem Rüstungsexperten Viktor Murachowski handelt es sich bei der neuen Bombe um eine lang erwartete Entwicklung. Derzeit arbeiten China und Korea an diesen Waffentypen. „Die Bombe wurde in kurzer Frist entwickelt und nutzt das GLONASS-System für das hochpräzise Treffen von Zielen. Ohne das würde nichts klappen“, sagte Murachowski.

    Dem Experten zufolge ist diese Bombe ein universelles chirurgisches Instrument für Luftoperationen ohne Eingang in den Wirkungsbereich der gegnerischen Flugabwehr. Dabei hängt die Präzision des Treffens nicht von der Qualifikation des Piloten ab – alles erfolgt via Satelliten-Navigationssystem.

    Grom-Bomben können von fast allen Typen von Mehrzweck-Kampfjets und Frontbombern befördert werden – Su-30SM, Su-35S, Su-34, leichte MiG-35SMT, MiG29 und sogar bordgestützte Su-33 vom Kreuzer „Admiral Kusnezow“. Darüber hinaus können auch Su-24-Bomber die neuen Bomben tragen. Laut Murachowski könnte die Bombe der letzten Modifikation beim Forum „Armee 2018“ im August dem breiten Publikum vorgestellt werden.

    Billiger und besser

    Trotz mehrerer innovativer Lösungen können russische Raketenbauer kaum als Pioniere bei der Entwicklung von Gleitbomben bezeichnet werden. Das US-Analogon, die GBU-39-Bombe, kam bereits 2006 in die US-Armee. Doch das russische Geschoss hat mehrere Vorteile, der wichtigste davon – ein starkes Geschoss. Grom bringt mehr als 300 Kilogramm Sprengstoff zum Ziel, GBU-39 nur ca. 100 Kilogramm. Die Reichweite ist vergleichbar.

    Lenkbarer Komplex der Raketen- und Bombenbewaffnung 9-A-7759
    Lenkbarer Komplex der Raketen- und Bombenbewaffnung 9-A-7759

    „Das neue Geschoss wird einen Zwischenplatz zwischen Marschflugkörpern und Fliegerbomben einnehmen“, sagte Militärexperte Alexej Leonkow. „Die Bombe wird ein guter Zusatz zu den existierenden Flugzeugkomplexen sein und den russischen Luftstreitkräften ermöglichen, einen noch breiteren Kreis von Aufgaben zur Vernichtung der besonders wichtigen Objekte des Gegners zu lösen“, so der Experte.

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    Tags:
    Kampfjet, Fliegerbombe, Rakete, Waffen, Su-34M, Su-24, Flugzeugträger Admiral Kusnezow, GPS-Navigationssystem, GLONASS-Navigationssystem, Russland