20:27 19 Oktober 2018
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    Stealth-Schiff Sea Shadow (Archiv)

    Top-5 supergeheimer Waffen, die zufällig enthüllt wurden

    CC0 / US Navy
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    Beim Bau eines neuen Militärgeräts geben sich die Entwickler alle Mühe, um es geheim zu halten. Das kleinste Informationsleck – und die Technologie wird zum Eigentum der Weltgemeinschaft und damit eines potentiellen Gegners. Sputnik veröffentlicht vier Geschichten von Waffen, die der Öffentlichkeit per Zufall bekannt geworden sind.

    Chengdu J-20 (China)

    China hielt sein Programm zur Schaffung eines Kampfflugzeugs der fünften Generation seit Jahren streng geheim. Die Entwicklung des neuen Jets wurde ab Ende der 1990er Jahre durchgeführt, doch erst 2009 gaben Vertreter der chinesischen Luftwaffe offiziell eine hohe Projektreife bekannt.

    Das Internet füllte sich mit zahlreichen gefälschten Bildern. Unter ihnen waren auch einige wahre, aber unscharfe Fotos der J-20 auf dem Boden, die in chinesischen Militärblogs erschienen. Die Luftwaffe bestätigte die Authentizität der Fotos nicht.

    Chinesisches Jagdflugzeug der fünften Generation J-20 Chengdu
    © REUTERS / China Daily
    Chinesisches Jagdflugzeug der fünften Generation J-20 Chengdu

    Offizielle Bilder der J-20 kamen erst am 11. Januar 2011 zum Vorschein, als der Prototyp erstmals startete. Im Rahmen der Airshow China 2016 wurde das neue Flugzeug der Öffentlichkeit vorgestellt. Anfang 2017 wurde die J-20 in Dienst gestellt.

    „Status-6“ (Russland)

    Das russische Projekt des unbemannten Atom-U-Boots „Status-6“ tauchte in den Medien am 10. November 2015 beim Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Vertretern des Verteidigungsministeriums auf, als der Staatsfernsehsender die Nahaufnahme einer Präsentation von der Veranstaltung veröffentlichte.

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    Auf der Folie konnte man die Atom-U-Boote „Belgorod“ und „Chabarowsk“ mit Anlagen zum Tragen von Tiefseefahrzeugen erkennen. In der Mitte wurde ein riesiger Torpedo mit unglaublichen Eigenschaften abgebildet: Reichweite – 10.000 Kilometer, Eintauchtiefe – 1000 Meter, maximale Geschwindigkeit – bis zu 100 Knoten.

    Dieses Leck sorgte bei der Nato für Aufsehen. Militärische und zivile Experten diskutierten darüber, ob diese Waffen tatsächlich existieren oder ob es eine Desinformation seitens der Russen gewesen sei. Ende 2016 berichtete das Magazin „Popular Mechanics“ mit Verweis auf Pentagon-Quellen von einem Test der Drohne „Status-6“, die vom Sonder-U-Boot B-90 „Sarow“ gestartet worden sei.

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    Am 1. März 2018 bestätigte auch Wladimir Putin die Existenz dieser Waffen. In den Bestand der russischen Flotte wird dieser Komplex unter dem Namen „Poseidon“ aufgenommen.

    „Sea Shadow“ (USA)

    Das experimentelle Zweihüllen-Schiff „Sea Shadow“ (dt. „Seeschatten“) von Lockheed Martin wurde 1985 für die US Navy gebaut. Bei der Produktion wurden die gleichen Technologien wie bei den Stealth-Bombern verwendet.

    Der Prototyp hatte keine Zukunft in der Flotte, da er nur zum Demonstrieren von Stealth-Technologie gedacht war. „Sea Shadow“ hat erfolgreich bewiesen, dass Überwasserschiffe von Radaren kaum wahrnehmbar sein können.

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    Heute nutzen alle entwickelten Seemächte Elemente der Stealth-Technologie im Schiffbau, Mitte der 1980er Jahre war das aber ein echter Durchbruch. Natürlich hat das Pentagon alles streng vertraulich behandelt.

    Um Informationslecks zu vermeiden, wurde das Schiff in einem riesigen Lastkahn an der kalifornischen Küste gebaut und ging nur nachts auf See. Dennoch gelangte eine Aufnahme des „unbekannten schwimmenden Objekts“ in die lokalen Zeitungen. Das Foto sorgte für keine große Aufregung, da es bereits Gerüchte gab, in der Stadt Redwood, in der Nähe des Lockheed-Konzerns, würde ein Wunderschiff gebaut. „Sea Shadow“ wurde 1993 veröffentlicht.

    Mysteriöse elektromagnetische Waffe (China)

    Anfang Februar 2018 wurden in sozialen Medien Fotos von einer mysteriösen schweren Kanone auf einem Schiff der chinesischen Marine veröffentlicht, die sich schnell in der Presse verbreiteten. Bald enthüllten Militärexperten, dass es sich um eine elektromagnetische Schienenkanone handelte. China war das erste Land der Welt, das diese Technologie erfolgreich auf einem Kriegsschiff stationiert hatte.

    Letzte Woche bestätigte ein US-Geheimdienstbericht, dass die Langstreckenwaffe, die Geschosse mit Elektrizität anstelle von chemischen Treibstoffen abfeuert, zurzeit gebaut und bis 2025 in Chinas Waffenbestand aufgenommen wird.

    ​Experten zufolge sind die Hochpräzisionsgranaten der Waffe fähig, Ziele in einer Entfernung von 200 Kilometern in weniger als 90 Sekunden treffen, wobei eine einzelne Runde 25.000-50.000 Dollar kosten soll (im Vergleich dazu kostet ein einzelner Tomahawk 1,4 Millionen Dollar).

    K2 „Black Panther“ (Südkorea)

    Das Auftauchen der modernen Kampfpanzer K2 „Black Panther“ in der südkoreanischen Armee im Jahr 2007 war für viele Experten eine Überraschung. Als schnelles und mobiles Fahrzeug, gefüllt mit der modernsten Elektronik südkoreanischer Produktion, übertraf „Black Panther“ in mancher Hinsicht seine westlichen Pendants. Der Panzer wurde ausschließlich auf Geheimtestgeländen erprobt, da Seoul Industriespionage von China und Nordkorea fürchtete.

    Panzer K2 Black Panther
    Panzer K2 Black Panther

    Anfang der 2000er Jahren bekam die Presse jedoch mehrere Fotos der Kampfmaschinen, deren Türme mit Tarnstoff umwickelt waren.

    Experten bestimmten rasch die Abmessungen und das Gewicht des Panzers sowie seine Hauptbewaffnung – eine Version der 120-Millimeter-Glattrohrkanone des deutschen Konzerns Rheinmetall. Jedoch blieben die wichtigsten Eigenschaften –  die Zusammensetzung der Bordelektronik, der Kommunikationsausrüstung und  des abstandsaktiven Schutzsystems – ein Geheimnis. Jetzt hat die südkoreanische Armee 100 K2-Panzer und will diese Zahl in den kommenden Jahren verdoppeln.

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    Kampfflugzeug, Panzer, Stealth, U-Boot, Schiff, Sea Shadow, B-90 Sarow, Status-6, Atom-U-Boot „Chabarowsk, Atom-U-Boot „Belgorod, J-20, Kampfpanzer K2 Black Panther, Chinesische Luftwaffe, US-Navy, Pentagon, Verteidigungsministerium Russlands, Lockheed Martin, Wladimir Putin, Südkorea, USA, Russland, China