14:13 20 November 2018
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    Android-Smartphone mit Google-Tools (Symbolbild)

    Kann jeden treffen: EU fordert Google zu drastischen Android-Änderungen auf

    CC BY-SA 2.0 / Jan Persiel / Android home screen with many Google services in male hand
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    Die europäischen Aufsichtsbehörden haben Google mit einer Rekordstrafe wegen Verletzungen des Kartellrechts gedroht. Um weitere Strafen zu vermeiden, sollte Google radikale Änderungen in dem Android-System durchführen, berichtet die Zeitung „The Washington Post“.

    Im Mittelpunkt der Entscheidung der EU stehen laut Zeitungsangaben die Richtlinien von Google, die Smartphone- und Tablet-Hersteller mit Android-Systemen angeblich unter Druck setzen, Google-Apps vorab zu installieren, wegen denen die Mehrheit von Android-Geräten bereits im Herstellungsprozess mit Google-Tools ausgestattet ist.

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    Laut der EU-Kommissarin für Wettbewerb, Margrethe Vestager, sehen sich Gerätehersteller wie HTC und Samsung einer wettbewerbswidrigen Wahl gegenüber: entweder stellen sie Google Search als die Standartsuchmaschine und Chrome als Default-Browser ein, oder sie verlieren den Zugriff auf den populären App-Store für Android. Ohne dieses Portal können Besitzer von Android-Geräten offiziell fast keine Spiele oder andere Apps von Drittanbietern herunterladen.

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    Die Geldbuße könnte laut Schätzungen der mit der Situation vertrauten Quellen mehrere Milliarden Dollar betragen.

    Dies sei schon das zweite Mal in den letzten zwei Jahren, dass die EU-Behörden kartellrechtswidriges Verhalten des Tech-Riesen festgestellt hätten.

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    Für Google könnten die Konsequenzen gewaltig sein. Die Einbindung aller Google-Tools auf Android-Geräten gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, mehr Daten über den Nutzer zu erfassen und entsprechende Werbung anzuzeigen. Sollte diese Geldquelle verschwinden, könnte es Google zum Überdenken des gesamten „Android-Ökosystems“ zwingen, so die Zeitung.

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    Tags:
    Geldstrafe, Chrome, Android, Google Play, The Washington Post, Samsung, Google, Margrethe Vestager, EU