01:55 20 Oktober 2018
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    S-300-Flugabwehrraketensystem (Archiv)

    Russland liefert S-300 in nächsten zwei Wochen nach Syrien – Schoigu

    © Sputnik / Kirill Kallinikow
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    Russland wird in den nächsten zwei Wochen ein modernes S-300-Flugabwehrraketensystem an Syrien liefern. Dies erklärte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Montag.

    „Die syrischen Streitkräfte werden innerhalb der nächsten zwei Wochen ein modernes S-300-Flugabwehrraketensystem erhalten. Es ist in der Lage, Luftangriffskräfte aus einer Entfernung von mehr als 250 Kilometern abzufangen und gleichzeitig mehrere Luftziele zu treffen“, so Schoigu.

    Das S-300-System werde dank seines Störschutzes und seiner Feuergeschwindigkeit die Kampfmöglichkeiten der syrischen Luftabwehr wesentlich erhöhen, so der russische Verteidigungsminister.

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    Igor Konaschenkow (Archivbild)
    © Sputnik / Presseamt des Verteidigungsministeriums
    Schoigu erklärte außerdem, Russland werde auch moderne automatisierte Steuerungssysteme für die Kommandostellen der syrischen Luftabwehr an Syrien liefern. Diese seien bislang nur im Dienst der russischen Armee gewesen.

    Russland müsse wegen Israels Vorgehen diese Maßnahmen treffen, betonte der russische Verteidigungsminister.

    „Die israelischen Besatzungen, die die Situation in der Luft perfekt kannten, nutzten das russische Flugzeug als Deckung, was zu seinem Abschuss und zum Tod von 15 unserer Militärs führte. Dies hat uns zur Ergreifung angemessener Maßnahmen gezwungen, um die Sicherheit der russischen Militärs zu erhöhen sowie die Aufgaben im Kampf gegen den internationalen Terrorismus in Syrien zu erfüllen“, erklärte Schoigu.

    Il-20-Abschuss

    Am 17. September war ein russisches Aufklärungsflugzeug des Typs Il-20 bei einem Flug nahe dem russischen Luftstützpunkt Hmeimim in Syrien abgeschossen worden. Zur gleichen Zeit attackierten vier israelische Jets F-16 syrische Objekte in Latakia. Dabei hatte Israel den Angriff nach Angaben des russischen Verteidigungsamtes erst eine Minute vor dem Angriffsbeginn angekündigt, führte Moskau irre über die Region des Schlages und teilte die Positionsangaben der Flugzeuge nicht mit.

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    Laut dem russischen Ministerium benutzten die israelischen Piloten die russische Il-20 als Deckung und setzten sie dem Schlag des syrischen Luftabwehrsystems S-200 aus, welches sie um 22:03 Uhr traf. 15 russische Militärs kamen dabei ums Leben.

    Moskau machte daraufhin die israelische Luftwaffe und diejenigen, die die Entscheidung über den Luftschlag getroffen hatten, für die Tragödie verantwortlich. Laut dem russischen Verteidigungsministerium benachrichtigte die russische Seite Israel um 22:39 Uhr über das Geschehene und bat, die F-16 aus dem Katastrophengebiet zu entfernen. Diese blieben jedoch bis 22:40 Uhr, folgt aus den Angaben der Radare. Erst um 22:53 Uhr, also 50 Minuten nach der Tragödie, verkündete die israelische Seite, dass ihre Flugzeuge das Gebiet verlassen hätten.

    Israel sieht jedoch die ganze Schuld für den Vorfall bei Damaskus, bestätigte allerdings auch, am späten Montagabend syrische Objekte bombardiert zu haben. Der russische Präsident, Wladimir Putin, sprach seinerseits von einer „Verkettung tragischer Ereignisse“ und sicherte zugleich eine für alle spürbare Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen für die russischen Militärs in Syrien zu.

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    Lieferung, S-300, syrische Armee, Sergej Schoigu, Syrien, Russland