13:19 17 Oktober 2018
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    Raketensystem S-300 auf dem Übungsgelände im Gebiet Astrachan (Archivbild)

    Russische Abwehrraketen in Syrien: Wagt Israel Angriff auf S-300?

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    Trotz der Stationierung der S-300 in Syrien will Israel weiter Angriffe auf das Land fliegen. Laut der Online-Zeitung Vz.ru gibt es keine Garantie dafür, dass die russischen Luftabwehrraketen samt Bedienungspersonal nicht ins Fadenkreuz der Israelis geraten werden.

    Israel werde seine militärischen Einsätze in Syrien fortsetzen, hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprochen. Allerdings wird Tel Aviv nach seinen Worten sein Vorgehen mit Russland noch intensiver als bisher koordinieren, schreibt Vz.ru am Mittwoch. Netanjahu teilte nach einer Kabinettssitzung am Dienstag mit, dass er sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ein neues Treffen von israelischen und russischen Militärs geeinigt habe, damit sie die Situation nach dem Abschuss eines russischen Flugzeugs Il-20 am 17. September besprechen.

    Die israelischen Minister äußerten den Angehörigen der russischen Besatzung, die beim Abschuss der Il-20 ums Leben gekommen war, ihr Beileid, machten dafür aber abermals die syrische Armee verantwortlich, die „verantwortungslos“ gehandelt habe.

    Kennzeichnend ist allerdings, dass Netanjahu versuchte, einen Streit zwischen Russland und dem Iran zu provozieren. „Israel hat in den letzten drei Jahren der militärischen Präsenz des Irans in Syrien erfolgreich widerstanden. (…) Im Allgemeinen war das ein großer Erfolg, den wir bei maximaler und sehr effizienter Koordinierung mit der russischen Armee im Sicherheitsbereich hatten“, betonte er.

    Auffallend ist auch, dass Netanjahu seine Minister, die an der erwähnten Sitzung teilnahmen, gebeten hat, keine Kommentare zum Il-20-Unglück und auch zu Russlands Gegenmaßnahmen abzugeben.

    Inzwischen kursieren Gerüchte, dass Russland mehrere Divisionen von S-300-Luftabwehrsystemen an Syrien liefern könnte. Diese sollten an den Grenzen dieses Landes zu Israel, dem Libanon, Jordanien und dem Irak (also zu allen Nachbarstaaten außer der Türkei) aufgestellt werden.

    Ein Vertrag über die S-300-Lieferung war bereits 2010 abgeschlossen worden. Dieses Thema stand 2013 auf der Tagesordnung, doch damals konnte Israel Russland überreden, auf diese Pläne zu verzichten. Nach dem Abschuss der Il-20 hat sich dies jedoch verändert.

    Personal für die Bedienung von solchen Luftabwehrwaffen werde ungefähr zwei Jahre lang ausgebildet, sagte Wassili Kaschin vom russischen Zentrum für System- und Technologie-Analysen. Das bedeutet nach seinen Worten, dass die S-300-Komplexe wenigstens kurzfristig von russischen Spezialisten bedient werden. Angesichts dessen besteht nach seinen Worten das Risiko, dass sie bei eventuellen Luftangriffen der israelischen Kräfte ums Leben kommen könnten, warnte der Experte.

    Der Vizepräsident der Akademie für geopolitische Probleme, Konstantin Siwkow, zeigte sich überzeugt, dass allein das Auftauchen der S-300-Raketen in Syrien das Kräfteverhältnis in diesem Land radikal verändern könnte. „Die Handlungen von Flugzeugen der von den USA angeführten Koalition sowie der israelischen und türkischen Fliegerkräfte werden praktisch unmöglich sein. Denn sie können von den Fla-Komplexen leicht vernichtet werden“, betonte er.

    Angesichts dessen müssten die Amerikaner entweder auf Kampfjets in Syrien verzichten, oder  im Gegenteil offensive Fliegerkräfte einsetzen. „Falls die Amerikaner und alle ihre Verbündeten (…) ihre Waffen vollständig einsetzen, könnten sie wohl die S-300-Raketen eindämmen – aber dann wäre eine Einmischung Russlands nicht ausgeschlossen. Doch eine direkte Konfrontation werden die USA wohl nicht wagen“, vermutete der Politologe.

    „Falls die Raketensysteme angemessen eingesetzt werden, würde Israel auf große Probleme stoßen“, sagte der Vizedirektor des Instituts für politische und militärische Analysen, Alexander Chramtschichin. „Und davon, wie groß Israels Probleme sein werden, wird das Verhalten des Irans abhängen.“

    Der Experte vermutete, dass die S-300-Raketen „für den Anfang“ im Nordwesten Syriens (Provinz Latakia) aufgestellt werden, wo aktuell die russischen Luftabwehrwaffen (Hmeimim) und Marinekräfte (Tartus) stationiert sind. „Möglicherweise werden die Komplexe auch in der Umgebung von Damaskus sowie im Zentrum des Landes stationiert“, schloss Chramtschichin nicht aus.

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    Tags:
    Lieferungen, Luftabwehr, Raketensystem, S-300, Verteidigungsministerium Russlands, Sergej Schoigu, Benjamin Netanjahu, Tartus, Hmeimim, Jordanien, Irak, Nahost, Iran, Libanon, Israel, Syrien, Russland