22:50 19 November 2018
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    Jagdflugzeuge der Nato-Luftstreitkräfte

    Wenige Flugminuten bis Russland: Nato baut Stützpunkt in Estland aus

    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
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    In Estland sind am Dienstag neue Einrichtungen für die Aufnahme und Wartung der dort stationierten Nato-Truppen und deren Ausrüstung eröffnet worden. Die feierliche Veranstaltung fand auf dem Luftstützpunkt Ämari bei Tallinn, etwa 190 Kilometer Luftlinie von Russland entfernt, statt.

    Die Einrichtungen, darunter ein weiterer Hangar, ein Hauptgebäude und ein Bahngleis mit Entladerampe für explosive Güter, sind im Rahmen der sogenannten European Deterrence Initiative (EDI), eines  US-amerikanischen Programms, gebaut worden, so der estnische Verteidigungsminister Jüri Luik. Die Kosten für das Projekt betragen etwa 15 Millionen US-Dollar. Das EDI-Rüstungsprogramm der USA war im letzten Jahr mit einem Budget von 4,8 Milliarden Dollar ausgestattet – für das kommende Jahr sind 6,5 Milliarden US-Dollar dafür bewilligt worden.

    Luik merkte an, dass die neuen Objekte in Ämari nicht ausschließlich für die US-Luftwaffe bestimmt seien. „Natürlich können diese auch andere Nato-Truppen oder andere Verbündete nutzen. So ist es für alle vorteilhaft“, so Luik.

    Der Chef des Engineering- und Logistik-Service der US-Luftwaffe in Europa, Brigadegeneral Roy Agustin sagte, dass die Projektarbeiten neun Monate, und der Bau selbst fünfzehn Monate in Anspruch genommen hätten. „Für solch ein großes Vorhaben ging es sehr schnell“, betonte der General.

    Gegenwärtig werden auf dem Luftwaffenstützpunkt Ämari Eurofighter-Kampfjets der Bundeswehr stationiert, die eine Luftraumschutzmission über den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen erfüllen.

    Die baltischen Staaten besitzen keine für eine Luftraumüberwachung geeigneten Flugzeuge, sodass seit dem Beitritt dieser Länder zur Nato der Luftraum abwechselnd von Flugzeugen anderer Nato-Länder patrouilliert wird. Diese sind in Litauen auf dem Flugplatz Zokniai sowie in Estland auf dem Flugplatz Ämari untergebracht, der seit 2014 zusätzliche Start- und Landeplätze für die Stationierung von Nato-Flugzeugen erhalten hat. Auf dem Nato-Gipfel in Chicago im Jahr 2012 wurde die Mission auf unbestimmte Zeit verlängert.

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    Nato-Gipfel, NATO-Pläne, Nato-Militärbasis, Nato-Länder, Eurofighter Typhoon, Verteidigungsministerium Estlands, NATO, Nato-Luftstreitkräfte, USA, Russland, Estland