08:10 16 November 2018
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    Bundeswehr-Einheiten beim Nato-Manöver Trident Juncutre

    Desolate Bundeswehr: Russischer Experte spricht von Stimmungsmache für Aufrüstung

    © REUTERS / Bundeswehr/ Handout
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    Der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministeriums, Peter Tauber, hat für großes Aufsehen gesorgt, als er sagte, dass etwa nur ein Drittel der 2017 in Dienst genommenen Militärtechnik der Bundeswehr wirklich intakt sei.

    Laut deutschen Medienberichten sind von 97 Maschinen nur 38 jederzeit einsatzbereit – das wären etwa 37 Prozent von der Gesamtzahl. Dabei wolle die Bundeswehr diese Zahl auf 70 Prozent aufstocken.

    Besonders beunruhigend findet man bei der deutschen Militärbehörde den Zustand der Puma-Panzer (nur 27 von 71 Maschinen). Auch die Situation um die Militärfrachter A400M bereiten Kopfschmerzen (vier von acht Flugzeugen sind einsatzbereit). Und von vier Mehrzweck-Kampfjets Eurofighter soll nur einer intakt sein.

    Deutsche Medien führen diese negative Tendenz auf die immer intensivere Beteiligung der Bundeswehr an den Nato-Einsätzen zurück (inzwischen liegt ihre Zahl bei 15).

    Zuvor hatten Experten der US-Zeitschrift „National Interest“ den Zustand der deutschen Seestreitkräfte als „schandhaft“ für das reichste Land Europas bezeichnet. Ihnen zufolge kann die deutsche Kriegsmarine wegen mangelhafter Finanzierung und Planung ihre Aufgaben kaum noch erfüllen.

    Der Direktor des russischen Museums der Luftabwehrtruppen, Militärhistoriker Juri Knutow, äußerte sich in einem Interview für den Sender Sputnik zu den möglichen Gründen dieser desolaten Situation. Dabei zeigte er sich überzeugt, dass die angeführten Zahlen übertrieben seien.

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    © YouTube / Nachrichtentweet Altschauerberg
    „Der Grund besteht in Wirklichkeit darin, dass im deutschen Militärhaushalt nicht genug Mittel für die Wartung der Militärtechnik, vor allem der Panzertechnik, vorgesehen waren. Außerdem lässt sich diese Situation auf die Qualitäten des Personals zurückführen, das für die technische Wartung und die Aufrechterhaltung der Gefechtsbereitschaft verantwortlich ist. Zudem war die deutsche Verteidigungsministerin (Ursula von der Leyen) nie mit den Streitkräften verbunden – und deshalb hat ihr Verständnis für ihre Probleme kaum etwas mit der Realität zu tun.

    Im Kontext der Hysterie und des Russlandhasses, die in den Nato-Ländern aktuell provoziert werden, stellt sich die Frage unter anderem auch nach einem Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Und in einer solchen Situation tun solche Skandale ihr Übriges. Also gibt es einen rein politischen Hintergrund. Dennoch glaube ich, dass die veröffentlichten Zahlen massiv übertrieben sind. Gewisse Kräfte wollen die Situation ausnutzen, um die Rüstungsausgaben aufzustocken, damit Deutschland mehr Geld für die Verteidigung ausgibt. Das verlangt bekanntlich auch US-Präsident Donald Trump. Deshalb ist das Hauptziel meines Erachtens gerade mit den Interessen der Nato verbunden. Es gibt also immer mehr politische Aspekte als militärische“, so der Experte Knutow.

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    Tags:
    Panne, Zustand, Militärtechnik, Airbus A400M, Schützenpanzer „Puma, NATO, Bundeswehr, CDU, Ursula von der Leyen, Deutschland