06:23 11 Dezember 2018
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    So viel Wasser soll Kosmonauten-Urin auf der ISS sparen

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    Die Inbetriebnahme eines neuen Wasserrückgewinnungssystems soll den Bedarf des russischen Teils der Internationalen Raumstation an Wasserlieferungen von der Erde erheblich reduzieren. Dies geht aus einer Mitteilung des russischen Forschungsinstituts für chemischen Maschinenbau hervor.

    Das System zur Wasserrückgewinnung aus atmosphärischem Kondensat decke bereits etwa 40 Prozent des Wasserbedarfs der russischen Kosmonauten, heißt es. Die Urinverarbeitungsanlage soll demnächst den Anteil des rückgewonnenen Wassers noch um ein Drittel – auf 72 Prozent – steigern.

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    Während der Havarie mit dem Frachtschiff „Progress“ im Jahr 2016 ging die Anlage zur Wasserrückgewinnung aus Urin verloren. Das neue System wurde 2018 an die ISS geliefert. Das auf diese Weise gewonnene Wasser ist nicht trinkbar, soll aber für technische Zwecke verwendet werden.

    Im Dezember 2017 verkündeten Vertreter des Forschungsinstituts auf einer Weltraumbiologie- und Medizin-Konferenz, dass die auf der ISS installierten Systeme zur Wassergewinnung aus atmosphärischem Kondensat künftig bis zu 88 Prozent des Bedarfs generieren könnten.

    „Flugtests und die entsprechenden Bodentests des Systems zur Wasserrückgewinnung aus Urin SRW-U-RS werden durchgeführt.  Das System SRW-K2M (System zur Wasserrückgewinnung aus Luftfeuchtigkeitskondensat – Anm. d. Red.) versorgt die Besatzung mit ausreichend Wasser zum Trinken und Kochen“, so der Bericht.

    Das Forschungsinstitut für chemischen Maschinenbau (Niichimmasch) ist der führende russische Entwickler von Rückgewinnungssystemen für den Weltraum.

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    Rückgewinnung, Urin, Wasser, Internationale Raumstation ISS, Forschungsinstitut für chemischen Maschinenbau