07:45 10 Dezember 2018
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    Bildschirm einer modernen Radaranlage (Archivbild)

    „Penizillin“: Russland erprobt neuen Artillerieradar

    © Sputnik / Aleksej Filippow
    Technik
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    Die staatlichen Tests des Artillerieaufklärungskomplexes „Penizillin“ 1B75 sind erfolgreich abgeschlossen. Die Lieferung der ersten zwei Modelle an die russischen Streitkräfte ist für das Jahr 2020 geplant. Das berichtet das Militärportal „Russkoje Oruschije“ (dt. „Russische Waffe“) unter Berufung auf den Hersteller, die Holding Roselektronika.

    Der Vorteil des Artillerieortungsradars „Penizillin“ im Vergleich mit Artillerieradaren, z.B. „Soopark“ (dt. Zoo), sei seine völlige Unauffälligkeit im elektromagnetischen Bereich. „Penizillin“ 1B75 strahle nichts aus, alle Sensoren des Komplexes seien nur auf den Empfang ausgerichtet. Jedoch könne man auch nicht sagen, dass „Penizillin“ absolut unsichtbar sei: Der Komplex bestehe aus einem ausfahrbaren Turm mit Fernsehkameras. Trotzdem würde es nicht gelingen, ihn mit einer Anti-Radar-Rakete zu treffen. Zudem sei er gegenüber Ausrüstung für elektronische Kampfführung unempfindlich.

    Das Ortungsgerät bestehe aus vier Tonempfängern, die auf bestimmte Weise auf dem Boden liegen und mit der Maschine durch ein Kabel verbunden sind. Die Explosion eines Artillerieschusses verursache im Erdboden eine Schallwelle, die aus einer Entfernung von Dutzenden Kilometern empfangen werden könne. Die Empfindlichkeit von „Penizillin“ ist laut den Entwicklern so, dass die Ausrüstung das leichte Geräusch einer sich schließenden Tür empfangen könne.

    Den akustischen Sensoren „helfen“ optische und thermische Sensoren. Zusammen seien sie in der Lage, die Position feindlicher Waffen mit hoher Genauigkeit innerhalb von fünf Sekunden nach deren Abschuss zu bestimmen. Die Auffassungsentfernung des Granatwerfers betrage zehn Kilometer, der anderen Rohrartillerie 18 Kilometer.

    Neben der Entdeckung von feindlichen Positionen könne der Komplex „Penizillin“ 1B75 als Artilleriebeobachter bei Eigenbeschuss funktionieren, indem er genauso schnell und präzise den Ort der Detonationen feststellt. Die Ausrüstung des Komplexes werde auf vier KamAZ- Geländefahrzeugen aufgestellt.

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    Tags:
    Ausrüstung, Komplex, Artillerieradar, Roselektronika, Russland