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07:06 23 Juli 2019
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    Russen tüfteln an Plasma-Antrieb für Raketen – Experimente in Sibirien geplant

    CC0 / pixabay/qimono
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    Russische Kernphysiker starten in diesem Monat Experimente mit Thermonuklear-Plasma. Fernziel ist ein Raketenantrieb für Weltraumflüge.

    Forscher des Kernphysik-Instituts bei der sibirischen Filiale der Russischen Akademie der Wissenschaften würden im Januar eine Serie von Experimenten zur Einschließung von Thermonuklear-Plasma beginnen, teilte der stellvertretende Institutsleiter Alexander Iwanow mit. Dabei sollen Bedingungen simuliert werden, wie sie für einen Raketenantrieb nötig sind.

    Plasma
    © Flickr / NASA Goddard Space Flight Center

    Die Experimente sollen auf einer supermodernen Anlage durchgeführt werden. Erste Versuche zeigen laut Iwanow, dass die Möglichkeit, solch einen Antrieb herzustellen, durchaus erfolgsversprechend ist.

    Ende 2018 hatte das Institut bereits mit SMOLA (russ. Abkürzung für Offener Spiral-Magnit-Fänger – Anm. d. Red.) eine einzigartige wissenschaftliche Anlage in Betrieb genommen, die Russland der Schaffung eines Thermonuklear-Reaktors näherbringt. Es handelt sich um einen Plasma-Fänger, der es erlaubt, eine prinzipiell neue Konzeption der verbesserten Einschließung von Thermonuklear-Plasma in linearen Magnetsystemen zu überprüfen.

    Im Oktober hatte der Maschinenbaukonzern Energomasch angekündigt, das Modell eines hochleistungsfähigen elektrodenlosen Plasma-Raketenantriebs für Einsätze im Weltraum und eine Testanlage dafür zu bauen.

    „Erste Experimente haben gezeigt, dass es einen Effekt gibt. Sowohl der kosmische Motor als auch das Mittel zur Verlustminderung von Plasma funktionieren. Die planmäßige Ausrüstung wurde installiert. Wir bereiten uns auf den Beginn der Experimente im Januar 2019 vor, die die Möglichkeiten vollumfänglich aufzeigen sollen“, sagte Iwanow.

    Den Forschern sei es gelungen, darin eine Temperatur von 100.000 Grad aufzustellen und eine ausreichend große Dichte zu erreichen, also jene Parameter, die für die Schaffung eines Raketenantriebs geeignet sind.

    Das Funktionsprinzip des neuartigen Antriebs basiert auf einer neuen Art von Beschleunigung der Plasmaströme, die mit der speziellen Konfiguration des Magnetfeldes zusammenhängt, wo das Plasma in Rotation versetzt wird. Dabei bremst das Plasma je nach Ausrichtung der Rotation entweder ab oder beschleunigt, wodurch reaktiver Schub entsteht.

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    Tags:
    Energomasch, Sibirien, Russland