12:32 25 März 2019
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    Fliegerlenkbombe GBU-43/B

    Chinas Bombe mit XXL-Sprengkraft: Wie können USA und Russland kontern?

    © Foto: U.S. Department of Defense
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    Swobodnaja Pressa
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    Nur ein nuklearer Gefechtskopf soll stärker sein als die Bombe, die die chinesische Luftwaffe kürzlich getestet hat. Selbst die „Mutter aller Bomben“ – die amerikanische GBU 43/B – ist laut der Zeitung „Global Times“ aus China nicht so leistungsstark wie die neue Waffe.

    Wie die „Höchstleistungswaffe“ konkret aussieht, weiß die Öffentlichkeit derzeit nicht. Mit technischen Details halten sich die Chinesen zurück, berichtet das Portal „Swobodnaja pressa“. Auf dem Video vom Bombentest, das die chinesische Luftwaffe ins Netz gestellt hat, ist aber Einiges zu erkennen.

    Die Chinesen fliegen die angebliche Superwaffe mit einem H6K-Bomber an den Einsatzort. Dieser verbesserte Nachbau der sowjetischen Tu-16 kann maximal neun Tonnen Bombenlast aufnehmen. Das ist demnach die Obergrenze für das Gewicht der neuen Bombe, schreibt das Portal.

    Vergleichsweise bescheiden ist die Höchstleistungsbombe auch in den Abmessungen. Auf dem Video ist deutlich zu sehen, dass die Waffe aus dem Bombenschacht – nicht von einer Außenlaststation – abgeworfen wird.

    Selbst massiv verstärkte Objekte zerstört die neue Waffe im Umkreis von einem Kilometer „mit Leichtigkeit“, schreibt die chinesische Zeitung. Die Bombe soll aber auch gegen tief unterirdisch angelegte Infrastruktur wirkungsvoll eingesetzt werden können: Stahlbeton von Dutzenden Metern Dicke ist für die Waffe demnach kein Hindernis.

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    Wie diese Waffe genau funktioniert, könne man nur erraten. Die Verantwortlichen in China geben nun mal keine Einzelheiten zum Aufbau der neuen Superbombe bekannt. Fraglich ist deshalb zum Beispiel, ob eine maximal neun Tonnen schwere Fliegerbombe wirklich so weiträumig so große Zerstörungen anrichten kann.

    Verstärkte Anlagen in einem Umkreis von einem Kilometer zu zerstören, kann laut dem Portal nur eine Vakuumbombe. Wird so eine Waffe gezündet, verbraucht die Explosionsflamme im bestimmten Umfeld den kompletten Sauerstoff. Der auf diese Weise erzeugte Unterdruck löst dann einen Sog von gewaltiger Kraft aus, der selbst stark befestigte Objekte zerstört.

    Aber: Für die Bekämpfung tiefgelegener Untertageanlagen ist diese Funktionsweise, so das Portal, ungeeignet. Um meterdicke Boden- und Betonschichten zu durchbrechen, muss die Explosionskraft einer Waffe verdichtet ins Ziel gerichtet werden. Die Bombe braucht zudem einen Booster, doch ist der auf dem Video vom Bombentest eben nicht zu sehen.

    Daraus folgt, dass es entweder eine weitere Modifikation der chinesischen Superbombe geben muss. Oder die angegebenen Leistungsparameter sind stark übertrieben, schreibt „Swobodnaja pressa“.

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    Über die „Superbombe“ der Amerikaner – die GBU43/B – weiß man hingegen mehr, so das Portal. „Mutter aller Bomben“ wird die neuneinhalb Tonnen schwere Waffe auch genannt. Deren Sprengkopf – eine hochexplosive Mischung aus Hexogen, TNT und Aluminiumpulver – hat eine Detonationskraft von elf Tonnen TNT-Äquivalent.

    Absolute Zerstörung bewirkt die „Mutter aller Bomben“ dadurch im Umkreis von 140 Metern. Teilweise Zerstörungen sind noch in einer Entfernung von 1500 Metern möglich. Eingesetzt wurde die GBU 43/B bisher nur einmal: 2017 gegen den IS in Afghanistan. Damals wurde ein wichtiger unterirdischer Schutzbunker samt 90 Terrorristen vernichtet.

    Ob die russische Luftwaffe auch etwas Vergleichbares einsetzen könnte? Laut dem Portal wurde in Russland 2007 eine Hochleistungsvakuumbombe getestet. Die verfügbaren Informationen über diese Waffe sind sehr begrenzt. Weder ist bekannt, wann und von wem die Bombe entwickelt wurde, noch weiß man etwas über die Beschaffenheit ihres Sprengkopfs.

    Berichtet wurde nur, dass dieser die sechsfache Sprengkraft einer vergleichbaren TNT-Ladung aufweisen soll. Bei einem Gewicht von rund sieben Tonnen ergibt das eine Sprengkraft von 44 Tonnen TNT-Äquivalent – vier Mal gewaltiger als die amerikanische GBU 43/B, schreibt das Portal.

    Entsprechend ist auch der Wirkungsradius der russischen Bombe größer: vollständige Zerstörungen im Umkreis von 300 Metern, teilweise Einwirkung auf Infrastruktur in eineinhalb Kilometer Entfernung.

    Was mit der russischen Superbombe nach dem Test von 2007 geschah und wie der Entwicklungsstand heute ist, weiß man ebenfalls nicht, schreibt das Portal. Womöglich wurde die Entwicklung eingestellt. Oder aber es ist ein Dutzend dieser Bomben gebaut worden.

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    Fliegerbombe, Bekämpfung, Entwicklung, Waffen, Test, Bombe, GBU-57, GBU-43, Russland, China, USA