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    US-Kampfjet des Typs F-35 Lightning II (Arhicv)

    „Abgefuckt“: Pentagon schimpft über neuesten F-35-Kampfjet

    © Foto: United States government work
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    Der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan soll sich vor kurzem wüst über den Kampfjet fünfter Generation des Typs F-35 Lightning II ausgedrückt haben, berichtet „Politico“ unter Berufung auf interne Quellen.

    Der F-35 sei „abgefuckt“ („fucked up“) und kein Flugzeug. Lockheed Martin (…) habe keine Ahnung, wie das Programm zur Entwicklung des Kampfjets fünfter Generation umzusetzen ist, soll der Pentagon-Chef bei einem Treffen von hochangestellten Pentagon-Mitarbeitern gesagt haben. Boeing, das bei einem Wettbewerb im Jahr 2001 als potentieller Entwickler des neuen Jets ausgeschieden ist, hätte das viel besser hingekriegt, so Shanahan.

    Als Vizeverteidigungsminister soll Shanahan das F-35-Programm zuvor bereits öfters als „untauglich“ bezeichnet haben. Noch soll er laut einem anderen Insider die Lockheed-Martin-Chefin Marillyn Hewson heftig kritisiert haben.

    Shanahan zufolge ist das von Lockheed Martin initiierte Programm „viel zu kostspielig“. „Der Preis, die Finanzprognosen – das ist alles viel zu teuer, wir können das nicht erfüllen“, wird der nun amtierende Pentagon-Chef zitiert, der übrigens vor seinem Wechsel in die Militärbehörde 2017 mehr als 30 Jahre lang bei Boeing gearbeitet hatte.

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    Das F-35-Programm ist das allerteuerste in der Geschichte der Waffenproduktion. Die USA haben für die Entwicklung des neuen Kampfjets etwa 1,5 Billionen Dollar ausgegeben. Die ursprünglich geplanten Ausgaben wurden um mehrere Hundertmilliarden Dollar übertroffen, und der Kampfjet selbst wurde sieben Jahre später fertiggestellt als vorgesehen.

    Zudem hat das Flugzeug etliche technische Probleme. Die Zeitschrift „National Interest“ schrieb beispielsweise, dass der F-35 anfällig gegen Blitzschläge sei.

    Im Oktober 2018 stellte das US-Kommando alle F-35-Flüge zwischenzeitlich ein. In einem Pentagon-Bericht wurde eingeräumt, dass die Hälfte aller F-35 nicht einsatzfähig sind. Die genauen Gründe blieben unbekannt, Experten vermuten aber, dass das dem Tanksystem und den Kraftstoffschläuchen zu verdanken sei. Denn noch im April musste eine Maschine dieses Typs auf einem Stützpunkt in North Carolina notlanden, und zwar wegen eines Ausfalls im Tanksystem.

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    Mit F-35-Flugzeugen sind die Luftstreitkräfte mehrerer Nato-Länder gerüstet. Vor allem geht es um die USA und Großbritannien. Aktuell gibt es drei Modifikationen: A – Basismodifikation, B – für Kurzstart und —landung (für die US-Marineinfanterie) sowie C – für Flugzeugträger.

    Ende September 2018 hatten die US-Fliegerkräfte erste Luftschläge gegen die Taliban-Positionen in Afghanistan versetzt. Das berichtete CNN unter Berufung gleich auf drei Quellen im Pentagon.

    Allerdings wurde diese Aktion in den US-Medien heftig kritisiert – vor allem wegen der enorm hohen Kosten für jeden Flug. Der Einsatz der 115 Millionen Dollar teuren Flugzeuge gegen ein „übliches Waffenversteck“ von Taliban-Kämpfern mit ein paar Maschinengewehren sei „eine große Zeitverschwendung und ein PR-Trick“ gewesen, schrieb „National Interest“ diesbezüglich.

    Außerdem warfen Experten der Non-Profit-Organisation Project On Government Oversight (POGO) dem US-Verteidigungsministerium Vertuschung technischer Defekte der F-35-Maschinen vor. Die zuständige Pentagon-Kommission soll einige Mängel des Flugzeugs unbegründet als „nebensächlich“ statt „kritisch wichtig“ eingestuft haben.

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    Tags:
    PR, Entwicklung, Kampfjet, F-35, Lockheed Martin Corporation, Pentagon, NATO, USA