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    Eine Kampfdrohne russischer Streitkräfte (Archivbild)

    Geheimsache „Ochotnik“: Russlands erster Nurflügler lässt viele Fragen offen

    © Sputnik / Walerij Melnikow
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    Russlands Einsatz in Syrien hat gezeigt, dass die russische Luftwaffe eine schwere Kampfdrohne braucht. Der Testprototyp einer solchen Maschine ist laut Medienberichten fertig. Was von dem neuen Waffensystem zu halten ist, darüber hat das Portal „rueconomics“ mit einem Fachmann gesprochen.

    Dass die russischen Streitkräfte schon in diesem Jahr eine einsatzfähige Kampfdrohne bekommen, hat Russlands Verteidigungsministerium laut dem Portal letztes Jahr angekündigt. Jetzt ist der Prototyp da: Die S-70 „Ochotnik“ (der „Jäger“), ein unbemanntes Waffensystem des russischen Suchoi-Konzerns. Derzeit wird die Drohne auf Testflüge vorbereitet. Sputnik hat gestern Bilder davon veröffentlicht.

    „Ob und inwiefern man dieses Waffensystem mit anderen Kampfdrohnen vergleichen kann, lässt sich derzeit noch schwer sagen“, erklärt der Fachjournalist Dmitri Drosdenko im Gespräch mit dem Portal. „So viel steht aber fest: Nach all dem, was man auf den Bildern sieht, gehört die S-70 definitiv in die Kategorie schwerer unbemannter Fluggeräte.“

    In der Tat ist über den „Ochotnik“ nicht mehr bekannt, als die im Netz veröffentlichten Fotos hergeben: Ein Nurflügler ähnlich dem US-Bomber B-2, Dreipunkt-Fahrwerk wie bei der Su-57, Tarnkappentechnologie, ein Triebwerk.

    Das Gesamtgewicht wird mit 20 Tonnen angegeben. Damit wäre die russische Kampfdrohne die schwerste der Welt. Das Höchsttempo beträgt rund 1000 km/h. Das und ihr Stealth-Design machen die Drohne zu einer Waffe, die schwer abzuwehren ist, so das Portal.

    „Viele Fragen wirft das Triebwerk auf“, sagt der Experte laut dem Portal. „Offenbar trifft es nicht ganz die Anforderungen an ein Tarnkappenflugzeug. Vermutlich ist es nur eine provisorische Lösung. Wir werden sehen.“

    Ein irgendwie exzeptionelles Waffensystem sei die S-70 nicht, betont der Fachmann: „Viele Länder entwickeln schwere Kampfdrohnen. Letztlich ist jedes solcher Projekte eine Fortsetzung dessen, was die USA bereits entwickelt und gebaut haben.“

    Für die russischen Streitkräfte ist der „Ochotnik“ aber etwas Einzigartiges: „Die Drohne wäre der erste Nurflügler der russischen Luftwaffe. Diese Bauart ist sehr effektiv, was die Unsichtbarkeit angeht. Es fehlen ja die Leitflossen, die sonst eine große Reflexionsfläche für die Radarsignale bieten“, sagt Drosdenko laut dem Portal.

    Das einzige Manko: „Ein Nurflügler ist wirklich sehr schwierig in der Steuerung. Aber Bordcomputer gleichen den Nachteil wieder aus, so dass die Maschine zuverlässig fliegt. Für komplizierte Flugmanöver ist die Kampfdrohne eh nicht gedacht.“

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    Tags:
    Stealth-Bomber, Kampfdrohne, Tarnkappentechnologie, Kampfjet, Drohne, Ochotnik, Su-57, B-2, USA, Russland