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    Rückkehr der Überschall-Passagierflugzeuge? Umweltexperten schlagen Alarm

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    Die Experten des International Council on Clean Transportation (ICCT) haben in einer Studie vor gravierenden Auswirkungen von Überschall-Passagiermaschinen, die mehrere Firmen bauen wollen, auf die Umwelt gewarnt. Den Bericht veröffentlichte die gemeinnützige Organisation auf ihrer offiziellen Webseite.

    Nachdem der britisch-französische Überschall-Jet für Passagiere, „Concorde“, 2003 letztmals landete, ist der Überschallflug für den zivilen Bereich nicht mehr zugänglich. Derzeit arbeiten mehrere amerikanische Unternehmen an neuen Überschalljets unterschiedlicher Größe.

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    Die Umwelt- und Verkehrsexperten vom ICCT berufen sich vor allem auf das Projekt des US-Unternehmens Boom, das Überschallflieger „Overture“ bis 2025 in Betrieb nehmen will. Mit seinen mehr als 2700 Stundenkilometern (Mach 2.2) würde die Maschine von der Geschwindigkeit her auch die Concorde mit ihren knapp 2200 Kilometern pro Stunde deutlich übertreffen.

    Der Council geht in seinem Szenario von 2000 Überschallflugzeugen aus, die im Jahr 2035 rund 160 Flughäfen ansteuern. Zu den am stärksten frequentierten Flughäfen zählen die Experten Dubai und London-Heathrow. Jeder von den beiden Flughäfen könnte mit rund 300 Starts und Landungen von Überschallflugzeugen pro Tag rechnen.

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    Auch an Orten wie Los Angeles, Bangkok, New York, Frankfurt und Singapur seien rund 100 Flugbewegungen pro Tag zu erwarten. Aufgrund ihrer geografischen Lage müsste eine ganze Reihe von Ländern mit regelmäßigen Überschall-Knalls rechnen, darunter auch Deutschland.

    Mit Überschallfliegern würden die Treibhausgas-Emissionen aus dem Flugverkehr deutlich steigen. Im Vergleich zu einer konventionellen Maschine benötigt ein Überschalljet etwa das Fünf- bis Siebenfache an Kraftstoff pro Passagier, so ICCT. Über eine 25-jährige Nutzungsdauer der Flugzeuge gerechnet, geht man beim Council von insgesamt 1,6 bis 2,4 Gigatonnen CO2-Emissionen durch die Hochgeschwindigkeitsmaschinen aus.

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    Die Forscher erwähnen in ihrem Bericht neben Boom auch die US-Firmen Aerion Corporation und Spike Aerospace, die an Überschall-Businessjets arbeiten. Sie planen jedoch, weniger Flüge zu absolvieren, und wurden deshalb in der Studie nicht berücksichtigt.

    Auch in Russland ist ein neues Überschallflugzeug für den zivilen Gebrauch in Planung, namentlich vom Flugzeugbauer Tupolew. Bereits im Jahr 1970 hatte der erste zivile Überschallflieger der Welt, die sowjetische Tu-144 desselben Flugzeugbauers, eine Geschwindigkeit von fast 2500 Kilometern pro Stunde (Mach 2) erreicht.

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    Passagierjet, Überschalljet, Passagiermaschine, Umweltbelastung, Lärmbelästigung, CO2-Emissionen, Jets, Passagierflugzeug, Reise, Flug, Passagierflugzeuge, Verkehr, Überschall, Fluggäste, Flugzeuge, Umweltschutz, Umwelt, Transport, Flugzeug, Concorde, USA