17:00 18 Februar 2019
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    Ein Huawei-Smartphone (Archiv)

    Trotz US-Warnung: Huawei darf deutsches 5G-Netz ausrüsten

    © REUTERS / Juan Medina
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    Bolle Selke
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    Die Bundesregierung hat erklärt, dass das chinesische Unternehmen Huawei sich am 5G-Netzausbau in Deutschland beteiligen darf. Der Entscheidung war eine Debatte über die Sicherheit digitaler Kommunikationsnetze vorausgegangen. Besonders die USA und ihre engsten Verbündeten aus der Nachrichtendienstallianz „Five Eyes“ warnen vor Huawei.

    Laut Informationen des „Handelsblatts“ haben sich am Donnerstagnachmittag Kanzleramtschef Helge Braun und die Ministerien für Äußeres, Inneres, Wirtschaft, Finanzen und Infrastruktur dagegen entschieden, Produkte des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei beim Aufbau der neuen Mobilfunkgeneration 5G auszuschließen.

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    Die geplante Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G hat eine Debatte über die Sicherheit digitaler Kommunikationsnetze ausgelöst. Während vor allem die USA und ihre Verbündeten in der Nachrichtendienstallianz „Five Eyes“ (Australien, Großbritannien, Kanada, Neuseeland), eindringlich auf das Risiko hinweisen, dass Huawei chinesischen Sicherheitsbehörden unbemerkt Zugriff auf die Netze seiner Kunden ermöglichen könnte, meint der China-Korrespondent und Bestsellerautor Frank Sieren:

    „Wenn solche technischen Spionagefälle belegbar und möglich sind, dann muss man etwas tun, solange man das nicht belegen kann, ist nichts gegen diese Technologie einzuwenden.“

    Er fordert im Sputnik-Interview eine übergeordnete internationale Behörde – vergleichbar mit der internationalen Atomenergiebehörde – die sich dem wichtigen Thema annehmen solle.  So würde sichergestellt, dass solche Themen nicht mit einzelnen nationalen Interessen verbunden seien.

    Im Fall Huawei müsse man abwägen, ob der Kosten-Nutzen Faktor passe, so Sieren. Immerhin sei die 5G-Technologie der Chinesen im Preis-Leistungsverhältnis weltweit die Beste.

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    Zu den zentralen Argumenten gegen das chinesische Unternehmen gehört, dass Geheimdienste in China Zugriff auf die Daten von Technologiekonzernen haben, aber auch hier erklärt China-Kenner Sieren:

    „Der Gründer und Präsident von Huawei, Ren Zhengfei, hat sehr deutlich gesagt, dass er nichts macht, was anderen Nationen schaden könnte. Ich finde bei dem Wort kann man ihn erstmal nehmen. Wenn sich herausstellen sollte, dass dem so nicht ist, wird ihm das schwer auf die Füße fallen.“ 

    Frank Sieren ist seit 2010 Korrespondent des „Handelsblatt“ in Peking. Sein aktuelles Buch „Zukunft? China! — Wie die neue Supermacht unser Leben, unsere Politik, unsere Wirtschaft verändert“ ist im Oktober 2018 im Penguin Verlag erschienen.

    Das komplette Interview mit Frank Sieren zum Nachhören:

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    Tags:
    Mobilfunk, Ausbau, Netz, 5G, Huawei, Deutschland, China