18:00 19 Februar 2019
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    Präsentation des 5G-Geräts von Huawei

    USA vs. Huawei: Absteigende gegen aufsteigende Weltmacht

    © REUTERS / Athit Perawongmetha
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    Bolle Selke
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    Huawei darf sich am 5G-Netzausbau in Deutschland beteiligen. Das hat die Bundesregierung laut Medieninformationen entschieden. Länder wie die USA haben sich gegen die chinesische Technologie entschlossen. Ihnen entgeht damit die fortschrittlichste Entwicklung der 5G-Technologie, äußert der China-Experte Frank Sieren im Sputnik-Interview.

    Die Bundesregierung  hat entschieden, dass der chinesische Netzausrüster Huawei nicht vom Aufbau des neuen deutschen 5G-Mobilfunkstandards ausgeschlossen werden soll. Das berichtete zuerst das Handelsblatt.

    Auch haben sich Kanzleramtschef Helge Braun und die Ministerien für Äußeres, Inneres, Wirtschaft, Finanzen und Infrastruktur darauf verständigt, dass es einen Sicherheitskatalog geben soll, den die Bundesnetzagentur derzeit finalisiert. Darüber hinaus wird das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ein Zertifizierungs- und Lizenzsystem für Produkte auflegen, mit denen das auf das bestehende Mobilfunknetz aufbauende 5G-Netz ausgerüstet werden darf.

    Ein guter Kompromiss

    Der Chinaexperte und Journalist Frank Sieren hält dies für einen guten Kompromiss. Man sollte dabei auch nicht vergessen, dass dies ein entscheidender Schritt in der technologischen Entwicklung für Deutschland sei. Und immerhin habe man bisher keine Belege dafür gefunden, dass Huawei wirklich Informationen weitergebe oder das Netz dazu benutze, um an bestimmte Informationen zu kommen. Aber natürlich seien solche Dinge technologisch möglich. Sieren erklärt:

    „Es gibt ja den Beleg, dass umgekehrt die NSA bei Huawei eingedrungen sind um dort an Informationen und Beweise zu kommen, ob die Firma eng mit der chinesischen Regierung zusammenarbeitet. Belege hat man da nicht gefunden. Aber es ist schon besser, dass man da vorsichtig ist und den Quellcode offen legen lässt und bestimmte Sicherheitsstandards einbaut, um das Risiko zu minimieren.“

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    Verbündete der USA uneins

    Die USA und ihre Verbündeten aus der Nachrichtendienstallianz „Five Eyes“ (Australien, Großbritannien, Kanada und Neuseeland) sehen ein erhebliches Sicherheitsrisiko in Huawei. Dabei würde es sich um den Versuch Pekings handeln, Einfluss auf die digitale Infrastruktur westlicher Staaten zu gewinnen. Die USA, Australien und Neuseeland haben Huawei vom 5G-Ausbau ausgeschlossen. Das hieße allerdings für diese Länder, dass sie nicht mehr an die fortschrittlichste Entwicklung in dieser Technologie herankämen, so Sieren. Er fügt hinzu:

    „Nicht mal alle Länder aus der Fünfergruppe haben sich so entschieden. Die Engländer haben das zum Beispiel ähnlich gemacht wie die Deutschen. Die haben Huawei gezwungen die Quellcodes offen zu legen und haben die eine oder andere Sicherung vereinbart. Die USA haben sicherlich die extremste Position in diesem Spiel, aber selbst in dieser Gruppe ist das durchaus gemischt.“

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    USA wollen Wettbewerber schwächen

    Es sei offensichtlich, so Sieren abschließend, dass die USA mit ihrem Vorgehen gegen Huawei einen technologischen Wettbewerber schwächen wollen. Die New York Times habe berichtet, dass Polen sogar von den USA ein Militärstützpunkt angeboten worden sei, wenn sie Huawei nicht in ihrem Land zulassen würden. Sieren resümiert:

    „Es ist also schon klar, dass das der Kampf zwischen der absteigenden Weltmacht USA und der aufsteigenden Weltmacht China ist. Das wird jetzt auch nicht zu Ende sein, dadurch, dass sich die Bunderegierung für Huawei entschieden hat.“

    Frank Sieren ist seit 2010 Korrespondent des „Handelsblatt“ in Peking. Sein aktuelles Buch „Zukunft? China! — Wie die neue Supermacht unser Leben, unsere Politik, unsere Wirtschaft verändert“ ist im Oktober 2018 im Penguin Verlag erschienen.

    Das komplette Interview mit Frank Sieren zum Nachhören:

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    Tags:
    5G, Streit, Ausbau, Technologie, Mobilfunk, Wettbewerb, Huawei, NSA, Deutschland, USA, China