05:28 25 Juni 2019
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    Präsentation des 5G-Mobilfunkes (Archiv)

    Unsichtbare Strahlung: Wie gefährlich ist der neue 5G-Mobilfunk?

    © AFP 2019 / Josep Lago
    Technik
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    Marcel Joppa
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    Ab 2020 soll der neue Mobilfunkstandard 5G in Deutschland eingeführt werden. Industrie und Wirtschaft versprechen sich Vorteile, auch das autonome Fahren soll mit der neuen Technik möglich sein. Genutzt werden dafür höhere Frequenzen als bisher. Aber was macht das mit dem menschlichen Körper und wie gefährlich sind die hochfrequenten Felder?

    5G steht für die nunmehr fünfte Mobilfunk-Generation, die im kommenden Jahr flächendeckend in Deutschland eingeführt werden soll. Sie ist der Nachfolger des aktuellen LTE-Netzes. Laut Experten soll 5G gleich mehrere Vorteile mit sich bringen. Daten können viel schneller geladen werden, auch sollen deutlich mehr Endgeräte pro Quadratkilometer profitieren: Die Kapazität einer LTE-Funkzelle liegt bei ungefähr 200 Teilnehmern, das sollen bei 5G fast 1000 Mal mehr sein. Aber birgt die neue Technik womöglich gesundheitliche Risiken?

    Radiowelle oder Röntgenstrahlung?

    Mobilfunkstrahlung ist elektromagnetische Strahlung. Diese gibt es auch in Form von Ultraviolettstrahlung oder Radiowellen. Der Unterschied liegt jeweils im Frequenzbereich: Je höher die Frequenz, desto energiereicher ist die Strahlung. Und je energiereicher, desto mehr Einfluss hat sie auf lebendes Gewebe. Besonders gefährlich wird elektromagnetische Strahlung etwa bei Röntgen- und Gammastrahlen, die zu körperlichen Schäden führen können. Der neue 5G-Standard ist zwar hochfrequenter als LTE, schädlich soll sie laut Bundesnetzagentur aber nicht sein.

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    Hitze durchs Handy…

    Es ist allerdings Fakt, dass Mobilfunkstrahlung Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat. Wie die Strahlung einer Mikrowelle regt sie Wassermoleküle zum Schwingen an, dadurch entsteht Wärme. Beim Telefonieren mit einem Mobiltelefon erwärmt sich deshalb der Kopf. Damit diese Erwärmung aber nicht gesundheitsschädlich ist, gelten für Mobiltelefone und Sendemasten in Deutschland Grenzwerte.

    Studien sind widersprüchlich

    Diese Wirkung von Mobilfunkstrahlung ist bisher bekannt. Unklar ist allerdings, ob sie möglicherweise schwere Krankheiten wie Krebs verursachen kann. Zwar gibt es diverse Studien zu diesem Thema, doch die Ergebnisse sind nicht eindeutig und sie haben teilweise gegensätzliche Aussagen. Zwei neuere Studien aus den USA und aus Italien konnten nun in einigen Versuchen zumindest einen Zusammenhang zwischen massiver Mobilfunkstrahlung und einer Krebsentwicklung bei Laborratten herstellen. Doch die Konzentration der angewandten Strahlung war um ein Vielfaches höher, als in Deutschland bei 5G erlaubt ist.

    Tipps zum Telefonieren…

    Das Bundesamt für Strahlenschutz rät Handynutzern aber dennoch zu Vorsichtsmaßnahmen, um möglichen Risiken vorzubeugen. So solle bestenfalls auf ein Festnetztelefon ausgewichen werden, Handytelefonate sollten kurz gehalten und im Optimalfall per Headset geführt werden, damit Strahlung vom Kopf ferngehalten wird. Auch wird vor mobilem Telefonieren bei schlechtem Empfang gewarnt, denn je schlechter die Verbindung, desto höher die aufgebrachte Sendeleistung des Handys.

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    Warum das Ganze?

    Bleibt die Frage, warum überhaupt zu 5G aufgerüstet wird? In erster Linie verspricht sich die Industrie einen Zugewinn. Dabei geht es zum Beispiel um vernetzte Maschinen in der industriellen Fertigung, Anwendungen in der Medizin oder um die schnelle und stabile Datenverbindung für autonomes Fahren. Der 5G-Ausbau soll schrittweise geschehen, zunächst ist ein flächendeckendes Glasfasernetz Voraussetzung. Auch müssen Sendemasten umgerüstet werden, die Kosten für den Mobilfunkausbau sind enorm. Diese Milliardenausgaben werden die Mobilfunkunternehmen dann wohl an die Verbraucher weitergeben. Doch soweit ist es noch lange nicht: Der Aufwand ist so hoch, dass die Bundesregierung frühestens 2025 mit einem 5G-Standard rechnet, der ansatzweise den Status „flächendeckend“ verdient hat.

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    Tags:
    5G, Wirkung, Schäden, Mobilfunk, Strahlung, Italien, Deutschland, USA