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14:04 19 August 2019
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    Satellit (Symbolbild)

    Ins All statt ins Eigenheim! Unternehmen bietet Satelliten für alle

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    Technik
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    Valentin Raskatov
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    Ein Unternehmen bietet einen Satelliten für jeden. Die schuhkartongroßen Flugkörper werden bei Raketenstarts eingemietet. Industrie und Wissenschaft stellen die meisten Anfragen. Prinzipiell kann sich jeder einen eigenen Trabanten leisten – wenn man über die nötigen Mittel verfügt.

    Ein eigenes Heim, ein eigenes Auto – davon träumen viele Menschen. Einige wünschen sich vielleicht noch eine Jacht oder einen Privatjet. In welchen Phantasien man auch schwelgt, am Ende verlässt man weder die Erde noch – im Fall des Flugzeugs – die Atmosphäre.

    Der luftleere Raum des Kosmos hingegen ist bis dato Privileg der großen Raumfahragenturen mit ihren Raketen, Satelliten, Sonden und Raumstationen. Allerdings nicht mehr lange: Die Firma „German Orbital Systems“ bietet den „Sputnik für alle“ an und sorgt für eine größte Beteiligung am Kosmos.

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    Hauptinteressenten: Forschung und Industrie

    Die Firma bietet dafür sogenannte „CubeSats“ an, kleine Satelliten von der Größe eines Schuhkartons, erklärt der Geschäftsführer des Unternehmens, Diplomingeneur Walter Ballheimer, gegenüber Sputnik. Seit 2001 befinden sich solche Flugkörper im Einsatz, wo sie anfangs vor allem wissenschaftlichen Zwecken dienten. Seit einigen Jahren steige aber die Nachfrage aus der Industrie zunehmend, wie Ballheimer anmerkt: „Damit man ein Gefühl dafür kriegt: Es werden jedes Jahr hunderte dieser Satelliten in den Weltraum befördert“.

    Personal von German Orbital Systems beim Zusammenbau der letzten Satelliten im November 2018
    © Foto : German Orbital Systems
    Personal von German Orbital Systems beim Zusammenbau der letzten Satelliten im November 2018

    Die Hauptanfragen für die Dienste der „German Orbital Systems“ kommen von Industrie sowie unterschiedlichen Startups, so der Geschäftsführer. Beispielsweise werden die Satelliten für den Luftraum und die See verwendet, um Flugzeuge oder Schiffe mittels Signalen zu identifizieren und lokalisieren. Die Nutzung für unterschiedliche Experimente mit biologischen Proben im Weltall sei ebenfalls möglich.

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    Spionage? Was ist mit Google Earth?

    Eine militärische Nutzung der Satelliten schließen die Richtlinien von „German Orbital Systems“ aus, betont der Geschäftsführer. Zudem gebe es ethische Verbote wie Versuche mit Tieren, da die in den Satelliten im Weltraum verbleiben und sterben würden. Auf die Frage, ob eine Nutzung für Spionagezwecke erlaubt sei, fragt Ballheimer zurück: „Was ist Google Earth? Wo hört Spionage auf und fängt zivile Nutzung an? Sie können mit Google Earth ja auch nach Nordkorea reingucken.“

    Eigener Satellit ab 200.000 Euro

    Wer jetzt von seinem eigenen Trabanten träumt, wird sich vielleicht bei der Kostenfrage die Augen reiben. Der einfachste Satellit, ähnlich dem legendären Sputnik von 1959, kann für einen Preis zwischen 50.000 und 55.000 Euro erworben werden. Allerdings muss der künstliche Himmelskörper noch einen Platz in einer Rakete finden – und für den kleinen Raum ist eine astronomische Miete von mindestens 150.000 Euro fällig. „Summa summarum würde der billigste Satellit im Orbit 200.000 Euro kosten“, fasst Ballheimer zusammen.

    Das komplette Interview mit Walter Ballheimer in voller Länge:

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    Tags:
    Entwicklung, Satelliten, Gefühl, Industrie, Forschung, Deutschland, Weltraum