22:23 20 April 2019
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    Satellit (Symbolbild)

    BDI fordert „Weltraumstaubsauger“ für Schrottteilchen

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    Angesichts der Gefährdung der kommerziellen Nutzung des Orbits durch Weltraummüll hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) am Freitag von den Europäern konkrete Maßnahmen beim Kampf gegen Schrotteilchen im Weltall gefordert.

    „Perspektivisch kann der zunehmende Weltraumschrott zu einem echten Problem werden“, teilte der BDI-Abteilungsleiter für Sicherheit und Rohstoffe, Matthias Wachter, mit. 

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    Wachter zufolge müssen Technologien zum Einsatz kommen, um bestehenden Weltraumschrott zu entsorgen. Dafür sei eine Art „Weltraumstaubsauger“ notwendig. 

    Wachter verweist ferner darauf, dass, angesichts der Gefahren für Satelliten durch Schrotteilchen im Orbit, Innovationen zur Hilfe kommen müssten. Deshalb seien auch ein Auftanken zur Lebenszeitverlängerung von Satelliten und das Verglühen dieser in der Erdatmosphäre nach dem Ende der Mission in Betracht zu ziehen.

    „Wir brauchen eine strategische Autonomie Europas, deshalb sollte Europa ein eigenes Radarsystem aufbauen“, so Wachter. 

    Zuvor hatte sich der Chefberater der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA, Thomas Reiter, für die Idee ausgesprochen, dass der Aufbau eines europäischen Radarsystems zur Überwachung von Millionen Schrottteilen, die mit Satelliten kollidieren könnten, im Weltraum erforderlich sei.

    ESA zufolge bekommen Satelliten täglich rund 100 Warnhinweise über sich nähernde Teilchen. Im Weltraum soll es mittlerweile etwa 900.000 Teile mit einer Größe von mehr als einem Zentimeter und 130 Millionen Teilchen größer als ein Millimeter geben, die teilweise von zerstörten oder ausgedienten Satelliten stammen.  

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    Tags:
    Rohstoffe, Erdatmosphäre, Innovationen, Autonomie, Technologien, Satelliten, Radarsystem, Weltraumschrott, Weltraummüll, Orbit, Weltraum, Europäische Raumfahrtbehörde (ESA), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Thomas Reiter, EU, Europa, Weltraum, Deutschland