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    3D-Druck (Symbolbild)

    Raketentriebwerke aus 3D-Druck: Deutsche Ingenieure revolutionieren die Branche

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    Technik
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    Ingenieure des Maschinenbauer SLM Solutions aus Lübeck sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben Raketentriebwerke im 3D-Druck produziert und damit die Branche revolutioniert. Das geht aus Pressemitteilungen auf den offiziellen Webseiten der Organisationen hervor.

    Dem DLR zufolge bringt der 3D-Druck – auch additive Fertigung genannt – dem Triebwerksbau verschiedene Vorteile. Die Produktionszeiten lassen sich demnach signifikant verringern, von bis zu eineinhalb Jahren auf wenige Wochen. Zudem ermöglicht der 3D-Druck komplexere Strukturen, die sich mit konventionellen Verfahren nicht herstellen lassen.

    Das DLR-Triebwerk „Berta“

    Das vom deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entwickelte Triebwerk BERTA (Biergoler Raumtransportantrieb) absolvierte am 18. Februar erfolgreich seinen ersten Testlauf. Das Triebwerk wurde Ende 2018 bei der ArianeGroup, dem Gemeinschaftsunternehmen des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens Airbus Group und des französischen Konzerns Safran, in Ottobrunn vollständig im 3D-Druckverfahren gefertigt.

    „Berta“ verfügt über innovativ designte Kühlkanäle, was eine bessere Kühlung der Brennkammer erlaubt. Dadurch wird dann eine kompaktere Bauweise möglich, was Material und damit Gewicht spart. Triebwerke dieser Art können sehr zuverlässig und mehrfach gezündet werden und eignen sich somit für längere Missionen.

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    Das 3D-Druckverfahren soll bei Weiterentwicklungen der Triebwerke für die Rakete „Ariane 6“ eingesetzt werden, an der ArianeGroup arbeitet und deren Erstflug für Juli 2020 geplant ist, so DLR.

    Von SLM Solutions entwickeltes Triebwerk

    Das britische Raumfahrtunternehmen Orbex stellte im Februar das weltweit größte 3D-gedruckte Raketentriebwerk vor, das von SLM Solutions entwickelt wurde, teilte das deutsche Unternehmen mit. Das Triebwerk soll Orbex-Trägerraketen antreiben, die Kleinsatelliten in Erdumlaufbahnen bringen sollen.

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    Das durch die additive Fertigung hergestellte Triebwerk ist 30 Prozent leichter als eines, das mit herkömmlichen Methoden produziert wurde. Die Gewichtsreduzierung wiederum steigert die Effizienz des Orbex Launchers um 20 Prozent im Vergleich zu anderen Trägerraketen.

    „Orbex und SLM Solutions haben einige wichtige Puzzleteile gelöst, die die Raumfahrtindustrie verändern werden“, sagte Orbex-Technologievorstand Jonas Bjarnoe laut der Pressestelle von SLM Solutions.

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    Tags:
    Raumfahrt, Zukunft, Studie, Wissenschaft, Recherche, Forscher, Zusammenarbeit, Weltall, Weltraum, Trägerrakete, Raketentriebwerk, Rakete, Technik, Entwicklung, Technologie, 3D-Drucker, Industrie, Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Frankreich, Großbritannien, Deutschland